Dax legt vor US-Jobdaten zu

Der Dax ist am Freitag vor dem US-Arbeitsmarktbericht dem positiven Trend an den asiatischen Börsen gefolgt.

Dax legt vor US-Jobdaten zu
Fredrik Von Erichsen Dax legt vor US-Jobdaten zu

Allerdings wird bis zum Nachmittag mit Zurückhaltung und Vorsicht gerechnet, denn die Mai-Daten aus den Vereinigten Staaten gelten als richtungsweisend für die Leitzinspolitik der Federal Reserve (Fed).

Im frühen Handel gewann der deutsche Leitindex 0,60 Prozent auf 10 269,40 Punkte. Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, legte um 0,59 Prozent auf 3051,74 Punkte zu. Um 0,47 Prozent auf 20 799,70 Zähler ging es für den MDax nach oben. Der TecDax stieg um 0,97 Prozent auf 1714,48 Punkte.

Nachdem der abgelaufene Monat für die Börse mit einem insgesamt rund zweiprozentigen Anstieg beendet wurde, war in den vergangenen Tagen die Risikoscheu zurückgekehrt. Mit dem heute freundlichen Handelsstart verringert sich das Minus für den Dax in der ersten Juni-Woche allerdings aktuell auf 0,2 Prozent.

Wichtige Termine jedoch, wie etwa die Abstimmung über ein Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) und die nächste Zinssitzung der Fed, dürften den Markt auch in den kommenden Wochen in Atem halten und für einen schwankungsanfälligen Handel sorgen.

Ob etwa in den USA bereits im Juni die Leitzinsen weiter angehoben werden könnten, hängt nicht zuletzt an der Entwicklung des Arbeitsmarktes. Daher kommt dem heutigen Bericht über den Monat Mai eine große Bedeutung zu. "Ein echtes Datenschwergewicht", so Commerzbank-Expertin Esther Reichelt. Allerdings ist sie der Ansicht, dass sich der Markt für eine erste Zinsanhebung in diesem Jahr eher auf den Monat Juli konzentriere, also nach dem sogenannten Brexit-Referendum, nach weiteren Inflationszahlen und einem weiteren Arbeitsmarktbericht.

Die an diesem Morgen größten Kursbewegungen wurden von Analystenempfehlungen ausgelöst. So sprangen im Dax die Papiere von RWE mit plus 4,15 Prozent an die Spitze, nachdem die US-Bank Bank of America/Merrill Lynch das Papier des Essener Versorgers zum Kauf empfohlen hat. Im MDax nahmen die Papiere der Deutschen Euroshop mit plus 2,94 Prozent den Spitzenplatz ein. HSBC-Analyst Thomas Martin votierte für die Papiere des auf Einkaufszentren spezialisieren Immobilienunternehmens in einer Branchenstudie auf Kaufen.

Dax-Schlusslicht waren die Papiere von Volkswagen (VW) mit minus 0,56 Prozent. In den USA läuft derzeit nichts mehr rund für die Wolfsburger: Zu den sehr schwachen Absatzzahlen im Mai vom Mittwoch gesellte sich nun die Nachricht, dass VW 217 000 weitere Autos mit Airbags des Autozulieferers Takata zurückrufen muss.

Die Bayer-Aktien stiegen um marktkonforme 0,45 Prozent. Für die angepeilte Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto hat sich der Pharma- und Chemiekonzern Kreisen zufolge eine Riesenfinanzierung gesichert.