Dax legt weiter deutlich zu

Gewinne an den Börsen in den USA und Asien sowie ein wieder anziehender Ölpreis haben dem deutschen Aktienmarkt weiter kräftig Auftrieb gegeben. Der Dax kletterte im frühen Handel um 2,30 Prozent auf 9546,30 Punkte hoch. Damit steuert der deutsche Leitindex auf Wochensicht auf ein Plus von mehr als 1 Prozent zu, nachdem er im Lauf der Woche noch um bis zu 3 Prozent abgerutscht war.

Ob der Dax die laufende Woche positiv beenden wird, sei trotz der anfänglichen Gewinne aber noch offen, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. «Der Schlagabtausch in den vergangenen Tagen zeigt deutlich, dass vorerst noch nicht mit einer Marktberuhigung zu rechnen ist.»

Der MDax mit den Aktien mittelgroßer Unternehmen gewann am Freitag 1,73 Prozent auf 19 352,62 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,96 Prozent auf 1620,58 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 2,27 Prozent vor.

Weitere Unterstützung erhoffen sich Anleger vom G20-Treffen am Freitag und Samstag in Shanghai. Dort beraten die Finanzminister und Notenbanker der führenden Industrie- und Schwellenländer unter anderem über die globale Konjunktur und eine Reform des Finanzsektors. Die Devisenexperten der Commerzbank halten konkrete Beschlüsse allerdings für unwahrscheinlich.

BASF-Aktien kletterten nach der Bilanzvorlage und dem Ausblick des Chemiekonzerns mit einem Plus von über 3 Prozent an die Dax-Spitze. Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert über den Ausblick, der nicht so schlimm wie befürchtet ausgefallen sei. BASF-Aktien hatten Anfang Dezember den Rückwärtsgang eingelegt und bis zum Zwischentief Anfang dieses Monats bis zu 28,5 Prozent verloren.

Im MDax standen die Papiere von ElringKlinger nach einem Zwischenbericht des Autozulieferers mit plus 7 Prozent ganz oben. Der Umsatz für 2015 habe die Prognosen übertroffen, das operative Ergebnis (Ebit) sei wie erwartet ausgefallen, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einer ersten Reaktion.

Die Aktien der SGL Group sackten im Nebenwerteindex SDax um gut 7,5 Prozent ab. Die dürre Nachfrage nach Graphitelektroden drückt den Kohlenstoffspezialisten noch tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Nicht viel besser erging es den Anteilsscheinen von Gerry Weber mit knapp 7 Prozent Abschlag. Ein trüber Ausblick, Stellenstreichungen und Filialschließungen setzten die Papiere unter Druck.