Dax legt wieder zu - Hoffen auf Geldpolitik

Konjunkturdaten aus Europa und den USA haben den Dax am Dienstag wieder ins Plus gehievt. Nach drei Verlusttagen in Folge profitierte der deutsche Leitindex zudem von der Hoffnung auf weitere Unterstützung durch die Notenbanken und stieg um 0,55 Prozent auf 9474,30 Punkte.

In den vergangenen sieben Handelstagen war er in der Spitze um fast fünfeinhalb Prozent abgesackt. Am Ende wies die Monatsbilanz doch noch ein Mini-Plus von 0,04 Prozent aus. Das dritte Quartal aber schloss das wichtigste deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von 3,65 Prozent ab.

Der MDax zog am Dienstag um 0,69 Prozent auf 15 994,96 Punkte an, der TecDax legte um 0,24 Prozent auf 1249,36 Zähler zu.

Der Preisauftrieb im Euroraum fiel im September wie erwartet auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. Die Jahresrate der Teuerung sank auf 0,3 Prozent. Die Inflationsrate entfernte sich damit noch weiter vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp 2 Prozent.

Angesichts schwacher Wirtschaftsaussichten und der niedrigen Inflation dürften die Währungshüter die Geldschleusen offen halten, sagte Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Am Nachmittag schürten zudem schwache Konjunkturdaten aus den USA Hoffnungen, dass die Notenbank Fed den Leitzins eher später als früher wieder anhebt.

Das Abrutschen des Euro nahm nochmals Fahrt auf. Zum US-Dollar sackte die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren ab. «Die Aussicht auf eine lange Phase niedriger Zinsen in der Eurozone und weitere Liquiditätsspritzen der EZB sorgen andererseits für steigende Kurse im Dax», sagte Analyst Niall Delventhal von DailyFX.

Ein deutlich gesenkter Geschäftsausblick von Ford belastete derweil den europäischen Autosektor. VW-Vorzüge gehörten mit einem Abschlag von 0,30 Prozent zu den größten Verlierern im Dax, Conti-Papiere fielen um 1,31 Prozent. Infineon-Aktien rutschten nach einem skeptischen Analystenkommentar um mehr als 3 Prozent ab. Aktien von Energieversorgern hingegen zählten europaweit zu den Gewinnern. Hierzulande stiegen Eon- und RWE-Papiere um fast zwei Prozent.

Um mehr als zwei Prozent nach oben ging es für Rhön-Klinikum im MDax. Der Weg für den Aktienrückkauf aus Mitteln des Klinikverkaufs an Fresenius ist frei. Papiere des Dienstleistungskonzerns Bilfinger gewannen an der Indexspitze mehr als sechs Prozent. Sie profitierten weiterhin von einer Meldung, wonach der schwedische Investor Cevian seinen Stimmrechtsanteil auf mehr als 25 Prozent aufgestockt hatte.

Zalando-Aktien haben unterdessen gute Aussichten auf ein erfolgreiches Börsendebüt am Mittwoch. Beim Broker Lang & Schwarz wurden die Titel des Online-Modehändlers am Dienstag außerbörslich über dem Ausgabepreis gehandelt.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,22 Prozent auf 3225,93 Punkte. Auch der CAC 40 in Paris legte deutlich zu, während der FTSE-100-Index in London leicht nachgab.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,77 Prozent am Vortag auf 0,76 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 137,92 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,13 Prozent auf 149,73 Punkte vor. Der Kurs des Euro rutschte deutlich ab. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2583 (Vortag: 1,2701) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7947 (0,7873) Euro.