Dax leidet unter Brexit-Angst und Notenbankpolitik

Die zaghafte Erholung am deutschen Aktienmarkt ist von den Notenbanken Japans und der USA zunichte gemacht worden. Ihr Stillhalten in Sachen Geldpolitik und geäußerte Sorgen über die Weltwirtschaft sorgten für erneut markante Verluste an den Börsen.

Dax leidet unter Brexit-Angst und Notenbankpolitik
Fredrik Von Erichsen Dax leidet unter Brexit-Angst und Notenbankpolitik

Hinzu kamen wieder zunehmende Ängste vor einem Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Der Dax notierte am Nachmittag zuletzt 1,25 Prozent tiefer bei 9535,94 Punkten. Seit Mitte vergangener Woche hatte vor allem die Furcht vor den Folgen eines möglichen EU-Austritts Großbritanniens den deutschen Leitindex um 7,5 Prozent fallen lassen, bevor er sich am Mittwoch um rund 1 Prozent erholte.

Der MDax sank am Donnerstag um 0,99 Prozent auf 19 479,19 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,19 Prozent auf 1563,75 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 1,03 Prozent auf 2801,10 Punkte.

Der Markt bleibe auch in den kommenden Tagen ein Seismograph der Brexit-Ängste, sagte Börsenfachmann Daniel Saurenz von Feingold Research. «Nehmen diese ab und bleibt er final aus, wird die Volatilität einbrechen und der Dax sich deutlich erholen.»

Unter den Einzelwerten reagierten die Vorzugsaktien von Volkswagen mit Verlusten auf die Bekanntgabe der neuen «Strategie 2025». Zuletzt wurden sie mit einem Minus von 2,33 Prozent gehandelt. VW will eine neue Sparte für Mobilitätsdienste gründen. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bemängelte fehlende Details zu den geplanten Maßnahmen und auch zur Abgas-Affäre und schätzt die VW-Papiere weiter skeptisch ein.

Am unteren Ende des Leitindex fanden sich hingegen die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die zuletzt um 3,24 Prozent auf 12,97 Euro absackten. Am Vormittag waren sie auf ein Rekordtief bei 12,81 Euro gesunken. Seit Ende Mai steht der gesamte europäische Bankensektor wegen rasant fallender Anleiherenditen und Brexit-Befürchtungen stark unter Druck.

Nach dem offiziellen Übernahmeangebot der chinesischen Midea gewannen die Papiere des Roboter- und Anlagenbauers Kuka zuletzt 1,74 Prozent und waren damit Top-Wert im MDax.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf von minus 0,11 Prozent am Vortag auf ein neues Rekordtief von minus 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 143,25 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,08 Prozent auf 165,47 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1174 (Mittwoch: 1,1230) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8949 (0,8905) Euro.