Dax leidet unter hoher Nervosität

Der Dax hat am Vormittag stark geschwankt und rutschte zwischenzeitlich merklich in die Verlustzone. Neben dem weiter fallenden Ölpreis drückten schwache Konjunkturdaten aus Frankreich auf die Stimmung.

Der Leitindex setzte bei hoher Nervosität am Markt seine Talfahrt der vergangenen Woche fort und sank zuletzt um 0,05 Prozent auf 9329,66 Punkte. Noch Anfang des Monats hatte der Dax ein neues Allzeithoch bei rund 10 093 Punkten erklommen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen büßte 0,76 auf 16 034,91 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 1,09 Prozent auf 1289,91 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab 0,90 Prozent ab.

«Für das Tempo der Abwärtsbewegung dürfte außerdem der große Verfall an den Terminbörsen eine große Rolle spielen», sagte Händler Detlef Glatz von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade. An diesem Freitag ist wieder der sogenannte Hexensabbat. Dann verfallen an den Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes. Das bekommen die Aktienmärkte oft vorher schon zu spüren: Die Nervosität steigt, die Kurse schlagen kräftiger aus.

Vor der Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen zogen im Dax zunächst die Aktien der Deutschen Telekom Aufmerksamkeit auf sich. Der Bonner Konzern und sein französischer Partner Orange hatten bekanntgegeben, ihr britisches Mobilfunk-Geschäft Everything Everywhere (EE) an den Telekommunikationskonzern BT Group verkaufen zu wollen. Die T-Aktie stieg um 1,6 Prozent.

Der Handelskonzern Metro kehrte im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurück und will nun wieder eine Dividende zahlen. Der Aktie half dies dennoch nichts: Sie büßte nach der Vorlage der Jahresbilanz 3,73 Prozent ein.

Die Papiere der Gea Group litten unter einer negativen Analystenstudie und verloren am MDax-Ende annähernd 3 Prozent. Der Markt sollte die Wachstumsaussichten des Anlagen- und Maschinenbauers nicht als selbstverständlich voraussetzen, schrieb Analyst Sven Weier von der Schweizer Großbank UBS.