Dax leidet unter Unsicherheit um US-Geldpolitik

Geldpolitische Sorgen in den USA haben am Donnerstag auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax sackte bis zum Nachmittag mit 0,37 Prozent ins Minus auf 9043 Punkte.

Zeitweise rutschte der Leitindex sogar etwas unter 9000 Punkte. Er fällt damit weiter von seinem zum Monatsanfang erreichten Rekordhoch bei 9424 Punkten zurück. Der MDax gab 0,59 Prozent auf 15 927 Punkte ab und der Technologie-Auswahlindex TecDax fiel um 1,03 Prozent auf 1119 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 0,32 Prozent.

«Die Angst vor dem 'Tapering' beherrscht die Märkte. Das dürfte sich bis zur Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche nicht ändern», sagte ein Händler. Damit ist die Reduzierung der Wertpapierkäufe gemeint, die von den Währungshütern in den USA zur Unterstützung der Konjunktur vorgenommen werden.

Die jüngste Einigung von Republikanern und Demokraten im Haushaltsstreit Washingtons könnte den im kommenden Jahr befürchteten, erneuten Finanzstreit abwenden. Das erhöht aber aus Sicht vieler Börsianer den Druck auf die Federal Reserve, in ihrer ultraexpansiven Geldpolitik langsam zurück zu rudern. Frische Daten aus den USA am Nachmittag führten an den Märkten indes zu einer leichten Erholung.

Zu den schwächsten Werten im Dax zählten ohne neue Nachrichten die größten Verlierer im bisherigen Jahresverlauf: Lanxess-Aktien verbilligten sich als um 1,81 Prozent auf 44,135 Euro, die Titel von K+S verloren 1,76 Prozent.

Seit Jahresbeginn hatten Lanxess rund ein Drittel an Wert verloren, beim Salz- und Düngemittelhersteller K+S steht bisher ein Jahresverlust von knapp 43 Prozent. Zu den Gewinnern zählten dagegen am Donnerstag eher risikoarm eingestufte Aktien wie Fresenius mit plus 1,44 Prozent.

Im MDax-Spitze profitierten die Aktien von Metro mit plus 0,89 Prozent von der Zahlenvorlage des Handelskonzerns. Zwar stehen im abgelaufenen Geschäftsjahr rote Zahlen, da es aber operativ wieder besser läuft bei dem Handelsriesen, kam bei Aktionären trotzdem gute Stimmung auf.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,50 (Mittwoch: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 133,15 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,04 Prozent auf 140,16 Punkte. Der Eurokurs stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,3775 (1,3767) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7260 (0,7263) Euro.