Dax macht Jahresverlust wett

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag weiter Grund zur Freude: Nachdem der Dax bereits im frühen Handel bei 10 802,32 Punkte einen neuen Jahreshöchststand erreicht hatte, liegt der deutsche Leitindex auf Jahressicht erstmals im Plus.

Dax macht Jahresverlust wett
Frank Rumpenhorst Dax macht Jahresverlust wett

Zuletzt stieg das Börsenbarometer um 0,40 Prozent auf 10 756,37 Punkte. «Die Kurzfriststimmung am Aktienmarkt steigt Richtung Euphorie», schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg.

Im Frühjahr hatte die Lage noch ganz anders ausgesehen: Direkt nach dem Jahreswechsel war der Dax wegen Sorgen um die Weltwirtschaft eingeknickt und hatte sich seitdem nicht aus der Verlustzone arbeiten können. Das gelang erst jetzt - trotz des Brexit-Votums und der folgenden Marktturbulenzen.

Der MDax der mittelgroßen Werte bewegte sich am Montag zuletzt mit 0,17 Prozent auf 21 874,85 Punkte nur wenig vom Fleck, hatte im frühen Handel aber bei 21 947,54 Punkten ein absolutes Rekordhoch erreicht. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,60 Prozent auf 1747,92 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag moderat im Plus.

Bemerkenswert sei weiterhin, dass die Marktteilnehmer offensichtlich alle Risiken ausblendeten, schrieben die Analysten der Landesbank Helaba. Zuletzt hätten die wieder zunehmenden Spannungen in der Ukraine kaum Reaktionen am Aktienmarkt ausgelöst.

Unter den Favoriten im Dax zogen die Vorzugsaktien von Volkswagen um rund 1,5 Prozent an. Der Autobauer darf 460 000 weitere Fahrzeuge technisch umrüsten, die vom Dieselskandal betroffen sind. Das Kraftfahrtbundesamt hat die Nachbesserungslösungen freigegeben.

Schlusslicht im Dax waren die Papiere der Lufthansa mit einem Minus von 1,63 Prozent. Im Tarifstreit bei der Fluggesellschaft hatten das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft VC ihre Gespräche ergebnislos abgebrochen. Flugreisende müssten derzeit aber keine Streiks befürchten.

Die Aktionäre des Dünger- und Salzproduzenten K+S scheinen zunehmend den Glauben an eine baldige Geschäftserholung zu verlieren. Die Papiere setzten im MDax ihren Abwärtstrend mit minus 4,41 Prozent fort.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,23 Prozent am Freitag auf minus 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 144,38 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,15 Prozent auf 167,41 Zähler nach. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1177 US-Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,8947 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1158 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8962 Euro gekostet.