Dax mit neuem Rekord - Politik und GfK-Daten stützen

Die Koalitionsvereinbarungen haben dem Dax am Mittwoch zusammen mit guten Konjunkturdaten zu einem neuen Rekordhoch verholfen. Zeitweise erreichte der Leitindex 9327 Punkte und stand vor dem Handelsstart in New York 0,33 Prozent höher bei 9321 Punkten.

Der MDax trat mit plus 0,07 Prozent bei 16 203 Punkten auf der Stelle, so, wie auch der TecDax mit einem Abschlag von 0,03 Prozent bei 1147 Punkten. Der EuroStoxx 50 gewann 0,49 Prozent.

Aus Sicht der Devisenstrategen der Commerzbank wird die große Koalition die Staatsausgaben deutlich erhöhen. Der Euro dürfte von der zyklischen Wirkung expansiver Fiskalpolitik profitieren. Auch Börsianer reagierten positiv. Marktanalyst Craig Erlam vom Broker Alpari in London sagte, insgesamt komme die Einigung aber nicht überraschend und damit sei der Effekt auch nur gering. Rechtzeitig zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts hat sich unterdessen die Kauflaune der Deutschen wieder verstärkt. Das GfK-Konsumklima stieg stärker als erwartet auf den höchsten Wert seit über sechs Jahren. All das trage zur anhaltend positiven Stimmung an den deutschen Börsen bei.

Als Tagessieger im Dax kletterte die Post-Aktie mit plus 2,37 Prozent auf 25,435 Euro an die Indexspitze. Börsianer verwiesen auf den positiven Chart als Antrieb für die Titel des Logistikkonzerns. Die Aktien von HeidelbergCement profitierten mit plus 1,65 Prozent von einer positiven Studie der Privatbank Berenberg. Dem Markt hinterher hinkten dagegen die FMC-Papiere mit minus 0,50 Prozent am Dax-Ende. Zu Wochenbeginn hatte die US-Krankenkasse Medicare einen für 2014 geplanten Einschnitt bei den Erstattungen für Dialysebehandlungen verschoben und damit einen Kurssprung ausgelöst.

Im Fokus standen auch die Versorgerwerte Eon und RWE, die ihre zunächst größeren Gewinne aber nicht ganz halten konnten und zuletzt im Einklang mit dem Markt zulegten. Kreisen zufolge verständigten sich Union und SPD in ihren Verhandlungen zwar auf einen etwas höheren Ökostromanteil als ursprünglich von der CDU gewollt. Er soll aber klar unter den von der SPD angestrebten 75 Prozent bleiben.

Im Zuge einer Kapitalerhöhung knickten die Nordex-Aktien am TecDax-Ende um 5,51 Prozent ein. Der Windkraftanlagenbauer spülte mit dem Verkauf von 7,35 Millionen Aktien zu jeweils 10 Euro frisches Geld in seine Kassen. Die Papiere von Vossloh reagierten mit einem Abschlag von 4,17 Prozent deutlich negativ auf einen umfangreichen Anteilsverkauf der Gründerfamilie. Rund 22 Prozent der Aktien wurden bei Institutionellen platziert. Der Preis soll bei 68 Euro je Aktie am unteren Ende der anvisierten Spanne gelegen haben.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,38 (Vortag: 1,39) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 133,96 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 141,70 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3596 (1,3547) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7355 (0,7382) Euro.