Dax mit schwächster Woche seit November 2011

Die Rekordstimmung ist endgültig verflogen: Der Dax hat am Freitag wegen Sorgen über eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausscheiden aus dem Euro seine am Vortag gestartete Talfahrt nochmals beschleunigt.

Mit einem Abschlag von 2,58 Prozent auf 11 688,70 Punkte ging er aus dem Handel und büßte auf Wochensicht 5,6 Prozent ein. Damit verbuchte er den größten Verlust innerhalb einer Woche seit Anfang November 2011. Noch am vergangenen Freitag hatte das Börsenbarometer bei 12 390 Punkten ein Rekordhoch erklommen.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 2,04 Prozent auf 20 898,67 Punkte bergab. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,17 Prozent auf 1618,51 Punkte.

Auch der sich weiter erholende Euro, der deutsche Produkte für Käufer außerhalb des gemeinschaftlichen Währungsraums teurer macht, drückte Marktexperten zufolge auf die Stimmung. Dazu kam ein kleiner Verfall an den Terminmärkten - zu diesen Gelegenheiten gibt es häufig heftige Kursschwankungen.

An diesem tiefroten Börsentag gab es in allen drei Indizes nur zwei Aktien in positivem Terrain: Starke vorläufige Quartalszahlen und ein höheres Margenziel freuten die Aktionäre des Lichtspezialisten Osram. Das Papier legte im MDax um 1,06 Prozent zu. Außerdem konnte sich die allgemein Aktie der Biotechnologie-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech im TecDax mit 0,18 Prozent im Plus halten.

Im Dax reichte den VW-Aktien ein Minus von 1,12 Prozent für den besten Platz. Das vorläufige Ende des Machtkampfes an der Unternehmensspitze des Autobauers sorgte für eine gewisse Erleichterung. Die Wolfsburger halten an ihrem Vorstandschef Martin Winterkorn fest, der zudem auch über 2016 hinaus an der Konzernspitze bleiben soll. Zudem berichtete VW an diesem Tag über einen gestiegenen Quartalsabsatz.

Zu den schwächsten Werten gehörten indes die Titel der Deutschen Bank, die 3,25 Prozent einbüßten. Der Vorstand hat einem «Spiegel»-Bericht zufolge eine Vorentscheidung für den Verkauf der Postbank getroffen. Ein Sprecher dementierte dies.

An Europas Börsen gab es ebenfalls tiefrote Vorzeichen: Der EuroStoxx 50 verlor 2,07 Prozent auf 3674,05 Punkte und verbuchte mit minus 3,7 Prozent die schwächste Woche seit Mitte Dezember. In Paris und London gab es ebenfalls Verluste und auch die US-Börsen zeigten sich zum europäischen Börsenschluss schwach.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,05 (Vortag: 0,06) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 141,22 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,02 Prozent auf 160,33 Punkte. Der Kurs des Euro bröckelte bis zum Abend auf 1,077 US-Dollar ab. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,0814 (Donnerstag: 1,0711) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9247 (0,9336) Euro.