Dax mit Verlusten: Italien und US-Etatstreit belasten

Belastet von politischer Unsicherheit um das Euro-Krisenland Italien und den US-Staatshaushalt ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Verlusten in den Handel gestartet.

Der Leitindex Dax verlor im frühen Handel 1,16 Prozent auf 8560,65 Punkte. Trotz der aktuellen Verluste steuert der wichtigste deutsche Aktienindex auf sein fünftes Gewinnquartal in Folge zu. Im September konnte er gar dem Ruf eines schwachen Börsenmonats trotzen und bis zum Handelsschluss am Freitag 6,89 Prozent zulegen.

Der MDax mittelgroßer Werte fiel am Montag im frühen Geschäft um 0,97 Prozent auf 14 931,87 Punkte. Der TecDax lag ebenfalls im Minus mit 1,02 Prozent bei 1076,59 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte 1,24 Prozent tiefer.

Die Unsicherheit über ein Fortbestehen der erst fünf Monate alten Regierung von Italiens Ministerpräsident Enrico Letta sowie der Streit um den US-Haushalt belasteten die Stimmung der Anleger, wie Börsianer sagten. Im hochverschuldeten Italien hatte die Partei von Medienmogul Silvio Berlusconi den Rücktritt ihrer fünf Minister aus der großen Koalition angekündigt - bereits seit einigen Tagen sorgt die Krise an der Mailänder Börse für Verluste.

Auch in den USA scheint eine rechtzeitige Lösung im erbitterten Streit ums Budget zwischen Präsident Barack Obama und den oppositionellen Republikanern kaum noch möglich.

Die Nachrichtenlage habe sich in den vergangenen Tagen zunehmend verschlechtert, was bereits die asiatischen Börsen belastet habe, sagte Marktstratege Chris Weston vom Broker IG. Zusätzlich war der chinesische Einkaufsmanagerindex für September nicht so stark gestiegen wie zuvor geschätzt - auch die japanische Industrieproduktion hatte laut Händlern enttäuscht.

Aktien von Siemens starteten mit Abschlag von einem Prozent nicht ganz so schwach wie der Gesamtmarkt. Der größte deutsche Elektrokonzern will im Rahmen seines Sparprogramms «Siemens 2014» weltweit rund 15 000 Stellen streichen, 5000 davon in Deutschland. Händler sagten am Morgen, nach langer Spekulation um die Ziele beim Jobabbau schaffe der Konzern nun Fakten. Einem Händler zufolge könne die Nachricht positiv auf die Aktie wirken, weil Analysten bisher von rund 10 000 Stellen ausgegangen waren.