Dax nach fünf starken Tagen ohne klaren Trend

Nach fünf Gewinntagen in Folge hat der Dax am Donnerstag keinen klaren Trend gefunden. Die bisherige Bestmarke aus dem Mai bei 8557 Punkten haben die Anleger aber weiter im Blick. Bis zum Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,07 Prozent zu auf 8501 Punkte.

Der MDax markierte zwar zwischenzeitlich einen neuen Höchststand, lag zuletzt aber mit 0,37 Prozent im Minus bei 14 823 Punkten. Der TecDax legte indes um 0,29 Prozent zu auf 1061 Punkte. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 trat mit plus 0,02 Prozent auf 2864 Punkte wie der Dax auf der Stelle.

Nach dem kräftigen Anstieg seit Mitte der Vorwoche fehlten den Anlegern zunächst frische Kaufargumente. Auch Wirtschaftsdaten gaben keinen weiteren Auftrieb: So ist die Industrieproduktion in der Eurozone im Juli mit 1,5 Prozent überraschend stark gefallen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken in der vergangenen Woche in den USA. Börsianer sehen darin weitere Argumente für die US-Notenbank, ihre ultralockere Geldpolitik doch früher als erhofft zu straffen.

Im Fokus standen einmal mehr die Versorgertitel - nicht nur wegen der immer näher rückenden Bundestagswahl. Anfänglich noch von einer Verkaufsempfehlung der Citigroup und einem Pressebericht über eine mögliche Dividendenkürzung belastete RWE-Aktien schüttelten bis zum Nachmittag ihre Verluste ab und nahmen mit plus 3,75 Prozent sogar wieder die Dax-Spitze ein. Börsianer begründeten den Richtungswechsel mit Eindeckungen von Leerverkäufen, die bereits die jüngste Erholung angetrieben und sich nun erneut durchgesetzt hätten. Eon verteuerten sich um 2,45 Prozent.

Siemens-Aktien rutschten derweil um 1,10 Prozent ab. Der frühere Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, will auch seinen Aufsichtsratsposten beim Technologiekonzern aufgeben. Ein Händler sah dies leicht negativ, da den Aktionären ein Fürsprecher im Aufsichtsrat verloren gehe.

Im TecDax profitierten Evotec mit plus 5,20 Prozent von einer Kooperation. Das Biotechunternehmen gab eine strategische Partnerschaft mit dem Harvard Stem Cell Institute bekannt, die sich der Erforschung einer Behandlung der Muskelerkrankung ALS widmet. Die Papiere der Software AG sprangen nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs um 7,67 Prozent hoch.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,62 (Vortag: 1,66) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,37 Prozent auf 132,37 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,29 Prozent auf 137,73 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3290 (Mittwoch: 1,3268) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7524 (0,7537) Euro.