Dax nach guten US-Jobdaten mit weiteren Verlusten

Gute US-Arbeitsmarktdaten haben deutschen Aktien am Mittwoch weitere Verluste eingebrockt. Der Dax verlor zum Handelsende 0,90 Prozent auf 9140,63 Punkte, zeitweise war er unter die Marke von 9100 Zähler gerutscht.

Weitere, teils schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten dämmten die Verluste am Nachmittag dann wieder etwas ein. Auch ein Medienbericht zur Vermeidung eines künftigen Haushaltsnotstandes in den USA trug zur Schadensbegrenzung bei. Der MDax fiel um 0,68 Prozent auf 15 965,74 Punkte, und der TecDax gab um 1,13 Prozent nach auf 1121,98 Punkte.

Weil der vom privaten Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP ermittelte Beschäftigungsaufbau in den USA besser ausgefallen war als erwartet, könnte laut Händlern die Notenbank Fed doch noch in diesem Jahr mit der Drosselung ihres milliardenschweren Anleihekaufprogramms beginnen. «Die Urängste der Börse über einen Liquiditätsentzug sind wieder hellwach», sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner betonte allerdings auch, dass der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Wochen zu heiß gelaufen sei und eine Korrektur daher nur konsequent sei.

Die Aktien der BASF landeten mit einem Abschlag von 1,99 Prozent am Dax-Ende. Deutsche-Bank-Titel verloren nach dem Bußgeldbescheid der EU-Kommission im Libor-Manipulationsskandal 0,98 Prozent. Das größte deutsche Kredithaus muss nun gut 725 Millionen Euro Strafe zahlen.

ThyssenKrupp-Aktien gaben den dritten Handelstag in Folge nach und verloren 0,52 Prozent. Autowerte reagierten unterschiedlich stark auf die jüngsten US-Absatzzahlen vom Vorabend. Daimler-Papiere verloren 0,97 Prozent, BMW 1,17 Prozent. Volkswagen (VW) kam mit einem kleinen Minus von 0,03 Prozent glimpflicher davon.

Die Papiere des Immobilienkonzerns Gagfah waren wegen einer Aktienplatzierung mit minus 3,58 Prozent der zweitschwächste MDax-Wert. Symrise und Wacker Chemie gewannen hingegen nach positiven Analystenkommentaren deutlich dazu.

Europaweit rutschten die Indizes weiter ab. Der Leitindex EuroStoxx 50 gab zum Handelsende um 0,73 Prozent nach auf 2991,76 Punkte. Damit rutschte er auf Schlusskursbasis erstmals seit Mitte Oktober wieder unter die 3000-Punkte-Marke. Der Cac 40 in Paris und der Londoner «Footsie» verloren ebenfalls. Am US-Aktienmarkt notierte der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss unverändert.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 133,80 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,66 Prozent auf 140,35 Punkte. Der Euro fiel zuletzt auf 1,3559 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3592 (Dienstag: 1,3578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7365) Euro.