Dax nach Rekordhoch leicht im Minus

Der Dax hat am Mittwoch seine erneute Bestmarke bis zum Handelsschluss nicht verteidigen können. Am Vormittag hatte der feste Automobilsektor den deutschen Leitindex nach VW-Zahlen bis auf das Rekordhoch von 9070 Punkten getrieben.

Anschließend gab er aber wieder nach und ging 0,13 Prozent tiefer bei 9010,27 Punkten aus dem Handel. Vor dem US-Zinsentscheid am Abend ließen sich die Anleger nicht nachhaltig aus der Reserve locken, sagten Börsianer. Der MDax gewann 0,45 Prozent und schloss bei 15 939,92 Punkten so hoch wie nie zuvor. Für den TecDax ging es um 0,24 Prozent nach oben auf 1128,03 Punkte.

Auch bei den wichtigsten amerikanischen Indizes Dow Jones und S&P 500 gab es zur Wochenmitte neue Rekorde, der Dow kletterte bis auf 15 721 Punkte und der S&P auf 1775 Punkte - zuletzt notierten beide leicht im Minus. Der EuroStoxx 50 verlor 0,33 Prozent auf 3040,69 Punkte. Im Verlauf hatte der Leitindex der Eurozone den höchsten Stand seit Februar 2011 erreicht. Die Börsen in Paris und London bewegten sich kaum vom Fleck. Anzeichen einer bevorstehenden starken Korrektur seien im Moment nicht auszumachen, kommentierte Christian Henke vom Broker IG.

Der Markt wartet unterdessen anlässlich des anstehenden US-Zinsentscheids gespannt auf wichtige Hinweise der Notenbank (Fed) zum Thema Anleihekäufe. Viele Beobachter rechnen inzwischen damit, dass die Fed ihre milliardenschweren Anleihekäufe erst im kommenden März zurückfahren wird, manche schließen aber auch einen Termin Ende dieses Jahres nicht aus. Der gut zweiwöchige Regierungsstillstand von Anfang Oktober bremste indes die Dynamik am amerikanischen Arbeitsmarkt offenbar ab. Die US-Notenbank hat eine Drosselung der ultralockeren Geldpolitik unter anderem an eine Besserung am Arbeitsmarkt geknüpft.

Ein höher als erwartet ausgefallener Quartalsgewinn ließ die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) mit plus 4,95 Prozent auf 183,50 Euro an die Dax-Spitze schnellen. Das dicke Plus bei Volkswagen zog auch andere Autobauer und -zulieferer mit nach oben.

ThyssenKrupp-Papiere profitierten mit plus 2,57 Prozent unter anderem von einem positiven Analystenkommentar. Zudem hatte der japanische Stahlkonzern Nippon Steel seine Prognose für den operativen Gewinn erhöht. Am Dax-Ende mit minus 2,89 Prozent standen Linde-Titel, die bereits am Vortag nach einer eingeschränkten Gewinnprognose nachgegeben hatten. Einen Tag nach ihrem Quartalsbericht gaben auch die Aktien der Deutschen Bank nach, und zwar um 1,68 Prozent - weitere Spekulationen um den Rückstellungsbedarf für Rechtsrisiken belasteten laut Händlern.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,40 (Dienstag: 1,43) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 134,02 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,30 Prozent auf 141,85 Punkte zu. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3755 (1,3768) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7270 (0,7263) Euro.