Dax nach Rekordjagd etwas im Minus

Der Dax hat sich am Montag nach der Rekordjagd der Vorwoche etwas verhaltener gezeigt. Zwar kletterte der deutsche Leitindex am Morgen erneut auf ein Rekordhoch bei 8867,06 Punkten.

Bis zum Nachmittag gab er jedoch 0,08 Prozent auf 8858 Punkte ab. Der MDax mittelgroßer Werte stieg dagegen um 0,49 Prozent auf 15 778 Punkte und setzte frische Bestmarken.

Auch der TecDax legte um 0,98 Prozent auf 1115 Punkte zu und steht auf einem neuen Hoch seit Februar 2002. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,23 Prozent auf 3026 Punkte.

Der Konflikt um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA sei mit der vorübergehenden Einigung im Haushaltsstreit nicht gelöst, sondern nur ins nächste Jahr verschoben, sagte Analyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg.

Bis zum Jahresende stünden die Ampeln an den Börsen aber dennoch auf grün. Unternehmensnachrichten rücken laut Albrecht mit der aufziehenden Berichtssaison nun wieder in den Fokus der Anleger.

Nach dem Ende des Verwaltungsstillstands in den USA rollten in den kommenden Tagen aber auch eine ganze Flut von Konjunkturdaten auf die internationalen Finanzmärkte zu, sagte Christian Henke vom Broker IG.

SAP-Aktien konnten nach Zahlen zum dritten Quartal kräftig zulegen und an der Dax-Spitze fast sieben Prozent gewinnen. Europas größter Softwarekonzern verdiente im dritten Quartal vor Steuern gut ein Viertel mehr als vor einem Jahr.

Zwar bremste der starke Euro etwas, die Jahresziele bestätigten die Walldorfer aber. Ein Händler sagte, wichtig sei vor allem die Bestätigung des Ausblicks, nachdem nahezu alle Wettbewerber in ihrem Zwischenbericht gewarnt hätten. Das wirke positiv auf den Aktienkurs.

Papiere der Deutschen Bank verloren dagegen 1,71 Prozent. Händler sahen den Grund vor allem in der drohenden Rekordstrafe für die US-Großbank JPMorgan. Der amerikanische Branchenprimus soll wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise 13 Milliarden Dollar (9,5 Mrd Euro) berappen.

Vor allem die Höhe der drohenden Zahlung sei ein negatives Zeichen für die Deutsche Bank, kommentierte ein Händler. Die vom deutschen Finanzkonzern für Rechtsstreitigkeiten gebildeten Rückstellungen könnten zu niedrig sein.

Osram-Titel profitierten in der MDax-Spitzengruppe mit einem Plus von dreieinhalb Prozent von gut aufgenommenen Zahlen des Rivalen Philips. Händler bewerteten den Gewinn der Niederländer als deutlich besser als erwartet. Der Philips-Kurs sprang in Amsterdam um mehr als sechs Prozent nach oben.

Insbesondere das Geschäft mit LED-Chips und der Autoindustrie von Philips sei ein positives Signal für die anstehenden Quartalszahlen der ehemaligen Lichttochter von Siemens, schrieb Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere unverändert bei 1,50 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 133,27 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,01 Prozent auf 140,07 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3667 (Freitag: 1,3684) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7317 (0,7308) Euro.