Dax nach Rekordjagd leicht im Minus

Der Dax hat sich am Montag nach der Rekordjagd der Vorwoche etwas verhaltener gezeigt. Zwar kletterte der deutsche Leitindex am Morgen zwischenzeitlich erneut auf ein frisches Rekordhoch bei 8867,06 Punkten.

Bis zum Mittag gab er aber 0,14 Prozent auf 8853 Punkte ab. Der MDax stieg hingegen um 0,50 Prozent auf 15 779 Punkte und setzte wiederum neue Bestmarken. Auch der TecDax legte um 0,85 Prozent auf 1113 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,34 Prozent auf 3023 Punkte.

Der Konflikt um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA sei mit der vorübergehenden Einigung im Haushaltsstreit nicht gelöst, sondern nur ins nächste Jahr verschoben, sagte Analyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg.

Bis zum Jahresende dürfte an den Märkten insgesamt aber kaum Verkaufsdruck aufkommen. Unternehmensnachrichten rücken laut Albrecht mit der aufziehenden Berichtssaison nun wieder in den Fokus. Nach dem Ende des Verwaltungsstillstands in den USA rollten in den kommenden Tagen aber auch eine ganze Flut von Konjunkturdaten auf die internationalen Finanzmärkte zu, sagte Christian Henke vom Broker IG.

SAP-Aktien konnten nach den Zahlen zum dritten Quartal kräftig zulegen und an der Dax-Spitze mehr als fünf Prozent gewinnen. Zwar bremste der starke Euro Europas größten Softwarekonzern etwas, die Jahresziele bestätigten die Walldorfer dennoch. Ein Händler sagte, wichtig sei vor allem die Bestätigung des Ausblicks, nachdem nahezu alle Wettbewerber mit ihrem Zwischenbericht gewarnt hätten. Das wirke positiv auf den Aktienkurs. Analyst Thomas Becker von der Commerzbank wertete auch die Zahlen als sehr solide.

Papiere der Deutschen Bank hingegen verzeichneten Verluste von mehr als anderthalb Prozent. Händler sahen den Grund vor allem in der drohenden Rekordstrafe für die US-Großbank JPMorgan. Der amerikanische Branchenprimus soll wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise 13 Milliarden Dollar (9,5 Milliarden Euro) berappen. Vor allem die Höhe der Strafe sei ein negatives Zeichen für die Deutsche Bank, kommentierte ein Händler. Die von dem deutschen Finanzkonzern für ähnliche Rechtsstreitigkeiten gebildeten Rückstellungen könnten zu niedrig sein.

Osram-Titel profitierten in der MDax-Spitzengruppe mit mehr als drei Prozent plus von gut aufgenommenen Zahlen von Philips. Händler bewerteten den Gewinn der Niederländer als deutlich besser als erwartet. Der Philips-Kurs sprang in Amsterdam um mehr als sechs Prozent nach oben. Insbesondere das Geschäft mit LED-Chips und der Autoindustrie von Philips sei ein positives Signal für die anstehenden Quartalszahlen der ehemaligen Siemens-Lichttochter, schrieb Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank.