Dax nach US-Arbeitsmarktbericht klar im Minus

Die Ungewissheit rund um die künftige US-Zinspolitik hat den Dax wieder deutlich ins Minus gedrückt. Weil der Arbeitsmarktbericht für August nicht wie erhofft für Klarheit gesorgt hatte, weitete der Leitindex seine Verluste am Nachmittag etwas aus.

Am Ende ging es nach der Erholung der beiden Vortage um 2,71 Prozent auf 10 038,04 Punkte nach unten. Kurzzeitig war der Kurs sogar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten gefallen. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 2,53 Prozent.

Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es zum Wochenschluss um 2,30 Prozent auf 19 325,66 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,76 Prozent auf 1687,99 Punkte ein.

In den USA waren im August zwar weniger Arbeitsplätze geschaffen worden als erwartet, die Erwerbslosigkeit aber war weiter gesunken und liegt auf dem tiefsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Zudem stiegen die Stundenlöhne etwas stärker als gedacht.

Angesichts der etwas niedriger als erwartet ausgefallenen Arbeitslosenquote rechneten die Anleger wohl in der Mehrzahl eher schon im September statt im Dezember mit einem ersten Zinsschritt nach oben, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Höhere Zinsen machen Aktien als Geldanlage weniger attraktiv. Mehr Klarheit gibt es aber wohl erst am 17. September. Dann werden die Ergebnisse der nächsten Zinssitzung der Fed bekanntgegeben.

Die Aktien der Lufthansa kletterten als einziger Gewinner im Dax um knapp 5 Prozent nach oben. Die Anleger setzen nach einem Analystenkommentar auf eine gute Geschäftsentwicklung bei der Fluggesellschaft. Zudem verwiesen Händler darauf, dass einige Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, wohl auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Diese müssten nun Aktien nachkaufen, was für zusätzlichen Rückenwind sorge.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer kommt derweil mit seinem Umbau voran und plant den Börsengang seiner Kunststoffsparte bis Ende des Jahres. Dem Kurs half das am Freitag aber nicht: Bayer-Aktien waren mit einem Minus von rund 4 Prozent unter den größten Verlierern im Dax.

Die Papiere von RWE knüpften an ihre jüngste Talfahrt an und sackten am Dax-Ende um 5,27 Prozent auf 12,595 Euro ab. Der Versorger leidet unter den Umwälzungen der Energiewende und verdient mit seinen konventionellen Kraftwerken immer weniger Geld.

Der EuroStoxx 50 büßte 2,75 Prozent auf 3180,25 Punkte ein. Der CAC-40-Index in Paris und der FTSE 100 in London verzeichneten ebenfalls deutliche Verluste. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund anderthalb Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,58 Prozent am Vortag auf 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 138,74 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,40 Prozent auf 154,68 Punkte vor. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1138 (Donnerstag: 1,1229) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8978 (0,8906) Euro.