Dax nach US-Arbeitsmarktdaten mit Rekordhoch

Ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht aus den USA hat den Dax am Dienstag auf ein neues Rekordhoch über 8942 Punkten geschoben.

Der enttäuschende Beschäftigungsaufbau im September nähre die Markthoffnung auf eine spätere Drosselung der ultralockeren Geldpolitik in den USA, sagten Börsianer.

Der deutsche Leitindex gewann zuletzt 0,64 Prozent auf 8924 Punkte. Der MDax kletterte um 0,16 Prozent auf 15 826 Punkte, der TecDax stieg 0,29 Prozent auf 1122 Punkte. In der Eurozone legte der Leitindex EuroStoxx 50 um 0,32 Prozent auf 3038 Punkte zu.

Die Beschäftigung in den USA stieg im September zum Vormonat dem US-Arbeitsministerium zufolge lediglich um 148 000 Stellen. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 180 000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote hingegen fiel unerwartet auf 7,2 Prozent - den niedrigsten Stand seit November 2008.

Aktien der Lufthansa gerieten nach Eckdaten zum dritten Quartal mit mehr zweieinhalb Prozent unter Druck. Angesichts hoher Kosten für ihr Sparprogramm gewinnt Europas größte Fluggesellschaft nicht so schnell an Fahrt wie geplant - im laufenden Jahr soll der operative Gewinn rund 600 bis 700 Millionen Euro betragen.

Das ist zwar deutlich mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als von Analysten mit fast 900 Millionen erwartet. An der Dax-Spitze fanden sich dagegen die Aktien der Deutschen Post mit plus drei Prozent dank der Hoffnung auf eine mögliche Erhöhung des Briefportos wieder, wie Händler sagten. Munich Re gewannen rund zwei Prozent.

Die Papiere von LEG verloren im MDax fast vier Prozent - die beiden größten Anteilseigner trennten sich Händlern zufolge von 7 Millionen Aktien der Immobiliengesellschaft zu je 41,25 Euro. Berichte dazu hatten die Aktien bereits am Vorabend nach Börsenschluss belastet. Ebenfalls schwach bei den mittelgroßen Werten waren Wacker Chemie mit minus drei Prozent. Analysten zeigten sich vor den Zahlen des Polysiliziumherstellers skeptisch.

Eine negative Einschätzung des europäischen Stahlmarktes durch die Schweizer Großbank UBS belastete die Aktien deutscher Stahlkonzerne. Salzgitter büßten knapp zwei Prozent ein, ThyssenKrupp verloren ein halbes Prozent. Papiere von Infineon gaben mehr als ein Prozent ab. US-Rivale Texas Instruments hatte vor allem mit seinem Ausblick auf das Jahresschlussviertel die Erwartung von Analysten enttäuscht. An der Spitze im Technologieindex setzten SMA Solar und Nordex mit mehr als acht beziehungsweise fünf Prozent ihren starken Aufwärtstrend fort.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,50 Prozent am Vortag auf 1,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 133,16 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,25 Prozent auf 140,22 Punkte zu. Der Kurs des Euro gewann nach dem US-Arbeitsmarktbericht kräftig und notierte zuletzt bei 1,3723 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3674 (Montag: 1,3667) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7313 (0,7317) Euro.