Dax nach US-Daten kaum verändert

Der Dax hat sich nach den zuletzt deutlichen Verlusten am Donnerstag kaum von der Stelle bewegt. Der deutsche Leitindex büßte seine moderaten Gewinne im Handelsverlauf zwischenzeitlich komplett ein, rückte zuletzt aber wieder um 0,04 Prozent auf 8161 Punkte vor.

In den vergangenen beiden Tagen war der Dax aus Sorge vor einem Militäreinsatz gegen Syrien um mehr als 3 Prozent abgesackt. Für den MDax ging es an Donnerstag um 0,66 Prozent auf 14 420 Punkte nach oben, und der TecDax kletterte um 1,22 Prozent auf 1022 Punkte. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 stand 0,12 Prozent höher bei 2746 Punkten.

Die USA, Großbritannien und Frankreich zögern noch mit einem Militärschlag gegen Syrien. Sie wollen zuerst von den UN-Inspekteuren Beweise für die Schuld des Regimes von Präsident Baschar al-Assad an einem Giftgasangriff mit Hunderten Toten sehen. Dennoch dürfte das Thema Syrien die Märkte weiter beschäftigen, schrieb Investmentanalyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg. Eine umfassende Erholung sei deshalb kurzfristig nicht zu erwarten.

Dass der Dax seine Gewinne zwischenzeitlich komplett abgegeben hatte, begründeten Börsianer mit wieder verstärkten Sorgen um baldige Bremsmaßnahmen der US-Notenbank nach guten Konjunkturdaten aus den USA. «Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und auch das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal unterstützen die Erwartungen einer Rückführung der sehr lockern Geldpolitik im September», sagte Volkswirt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Als Favoriten im Dax zogen die Lufthansa-Aktien und die Papiere des Autozulieferers Continental deutlich an. Händlern zufolge zählen die zuletzt stark gefallenen Werte zu den größten Gewinnern in einem Markt, der von einer insgesamt dünnen Nachrichtenlage und einem gespannten Abwarten mit dem Blick auf die Entwicklung in Syrien geprägt sei. Lufthansa-Titel profitierten mit plus 2,52 Prozent zusätzlich von dem wieder etwas rückläufigen Ölpreis. Die Conti-Papiere kletterten um 3,57 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Telekom stiegen um 1,13 Prozent. Der britische Mobilfunker Vodafone verhandelt mit dem US-Telekomkonzern Verizon Communications über den Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless. Die Transaktion wäre ein weiterer Schritt zur Konsolidierung am US-Telekommarkt, sagte ein Händler. Die Aussicht dürfte sich deshalb leicht positiv auf den Kurs der Telekom-Tochter T-Mobile US auswirken und stütze insofern auch die Titel der Deutschen Telekom.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,52 Prozent am Vortag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,15 Prozent auf 132,52 Punkte zu. Der Bund Future aber sank um 0,01 Prozent auf 140,29 Punkte. Für den Kurs des Euro ging es nach unten. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3266 (Mittwoch: 1,3347) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7538 (0,7492) Euro.