Dax nähert sich Rekordhoch

Das Rekordhoch vom Sommer rückt für den Dax in greifbare Nähe. Am Mittwoch setzte der Leitindex seine Klettertour den nunmehr zehnten Tag in Folge fort.

Zeitweise überwand er die Marke von 9900 Punkten. Dann allerdings drückten Spekulationen über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank die Stimmung etwas.

Am Nachmittag gewann der Leitindex 0,30 Prozent auf 9891,11 Punkte. Bis zu seinem bisher höchsten Stand aus dem Juni bei 10 050,98 Punkten fehlen damit keine zwei Prozent mehr. Noch zwischen Mitte September und Mitte Oktober war der Dax aus Sorgen um die Konjunktur bis unter 8400 Punkte abgesackt.

Die deutschen Nebenwerte-Indizes gaben indes nach: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,24 Prozent auf 17 004,01 Punkte. Damit ist allerdings auch er nicht mehr weit von seinem Rekordhoch vom Sommer entfernt. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,14 Prozent auf 1338,75 Punkte. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, bewegte sich am Mittwochnachmittag kaum vom Fleck.

«Die Marktteilnehmer schauen weiterhin sehr genau auf Aussagen von Vertretern der EZB», sagte Volkswirt Jan Bottermann von der National-Bank. Die jüngsten Meldungen ließen allerdings die Hoffnungen auf weitere Geldspritzen der EZB schwinden. Die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) berichtete mit Verweis auf informierte Personen, dass sich die europäische Notenbank mit einem Beschluss zum Kauf von Staatsanleihen Zeit lassen wolle.

Weiter steil aufwärts ging es trotzdem für die Papiere der Energieversorger, die sich seit Jahresbeginn unterdurchschnittlich im Dax entwickelt hatten. Die Aktien von RWE stiegen als Index-Spitzenwert um 2,72 Prozent und die von Eon um 1,72 Prozent. Tags zuvor waren beide bereits um mehr als 3 Prozent geklettert. Die Energiebranche stellt sich gegen die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Deckelung von klimaschädlichen CO2-Emissionen in deutschen Kohlekraftwerken.

Um 0,94 Prozent rückten die T-Aktien vor. Der Telekomkonzern lotet eine Trennung von seinem Mobilfunkgeschäft Everything Everywhere (EE) in Großbritannien aus. Die Telekom betreibt das Geschäft zusammen mit dem französischen Wettbewerber Orange. Die beiden verhandeln derzeit mit der britischen BT Group.

Ein kräftiges Plus von knapp 12 Prozent auf 22,405 Euro fuhren die Papiere des Börsenneulings Zalando ein. Der Internet-Modehändler meldete ein starkes drittes Quartal und peilt für 2014 den ersten operativen Jahresgewinn in seiner Firmengeschichte an. Zalando war am 1. Oktober an die Börse gegangen und gilt als heißer Anwärter für einen Aufstieg in den MDax.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,65 Prozent am Vortag auf 0,63 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 138,27 Punkte. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 152,31 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2475 (Dienstag: 1,2424) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8016 (0,8049) Euro.