Dax nimmt bei Rekordjagd 11 000 Punkte ins Visier

Die Anleger am Aktienmarkt haben sich zu Jahresbeginn in einen regelrechten Kaufrausch hineingesteigert. Im Dax folgt ein Rekordhoch dem anderen. Selbst die 11 000 Punkte sind greifbar nahe.

Der Rekordlauf am deutschen Aktienmarkt ist ungebrochen: Gestützt auf die Aussichten einer Geldflut von der Europäischen Zentralbank (EZB) und angetrieben von der Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage in Griechenland nähert sich der Dax inzwischen der Marke von 11 000 Punkten. Als weitere Stütze kommen die sich wieder stabilisierenden Ölpreise hinzu, die am Vorabend den US-Börsen Auftrieb gegeben hatten.

Der deutsche Leitindex stieg am Dienstagmorgen um 0,90 Prozent auf 10 926,12 Punkte und damit so hoch wie noch nie in seiner bald 27-jährigen Geschichte. Bereits am Vorabend hatte er sein Rekordhoch der vergangenen Woche getoppt. Inzwischen kann der Dax seit Jahresbeginn bereits ein Plus von mehr als 11 Prozent verbuchen.

Für den MDax der mittelgroßen Konzerne ging es an diesem Morgen um 0,45 Prozent auf 18 774,54 Punkte hoch, womit sein jüngst erreichter Höchststand keine 200 Punkte mehr entfernt ist. Der TecDax legte um 0,53 Prozent auf 1491,47 Punkte zu. Der Leitindex der Eurozone gewann 1,05 Prozent.

Nach der ganzen Unsicherheit um Griechenland scheine sich die Lage nun langsam etwas zu beruhigen, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Griechenlands neuer Finanzminister Gianis Varoufakis hatte im Gespräch mit der «Financial Times» eine mögliche Abkehr vom geforderten Schuldenschnitt für sein Land angedeutet und über mögliche Umschuldungsmaßnahmen gesprochen.

Bei den wenigen an diesem Tag anstehenden Konjunkturdaten erwarten Volkswirte, dass die Erzeugerpreise für die Eurozone aus dem Monat Dezember die jüngste Schwäche des Preisauftriebs bestätigen sollten. In den USA wird am Nachmittag der Auftragseingang der Industrie Einblicke in die Orderbücher des verarbeitenden Gewerbes geben; zuletzt waren die Konjunkturdaten im Land gemischt ausgefallen.

Zu Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt gab es nur wenig Neues: Die Deutsche Börse hatte am Vorabend ihre monatliche Handelsstatistik veröffentlicht. Die Umsätze am Xetra-Kassamarkt und vor allem am Terminmarkt Eurex waren im Januar deutlich gestiegen und laut einem Händler «wie erwartet gut» ausgefallen. Die Aktie zählte mit minus 0,07 Prozent dennoch zu den wenigen Verlierern im Dax.