Dax nimmt Rekordjagd wieder auf

Nach einem kurzen Schwächeln geht die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt auch schon wieder weiter. Ungeachtet teils negativ aufgenommener Unternehmensbilanzen stieg der Dax im frühen Handel bis auf 11 647 Punkte.

Zuletzt stand der deutsche Leitindex 1,12 Prozent im Plus bei 11 629,65 Punkten.

Der Dax hat eine acht Wochen dauernde Gewinnserie hinter sich mit immer neuen Rekorden. Am Dienstag war der Dax dann in der Spitze um rund anderthalb Prozent auf fast 11 400 Punkte abgerutscht, bevor er seine Verluste letztlich halbierte. Trotz inzwischen etwas deutlicherer Schwankungen sei weiter keine größere Risikoscheu erkennbar, sagte Marktstratege Chris Weston vom Broker IG.

Die günstigeren Kurse riefen wieder Käufer auf den Plan: Auch der MDax der mittelgroßen Konzerne stieg auf ein neues Hoch. Er rückte zuletzt um 1,24 Prozent auf 20 422,22 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,91 Prozent auf 1607,88 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,35 Prozent zu.     

Im Fokus der Anleger steht der Kurs des Euro, der nur noch eine Richtung zu kennen scheint: abwärts. In Anbetracht der immensen Euro-Flut durch die Europäische Zentralbank und in Erwartung bald steigender Zinsen in den USA fiel die Gemeinschaftswährung am Vorabend erstmals seit 2003 unter 1,07 Dollar. Im frühen Handel kostete der Euro 1,0646 Dollar. Vor allem exportorientierte europäische Unternehmen profitieren davon, da ihre Waren im Ausland erschwinglicher werden.

Die Nachrichtenlage beherrschten Geschäftsberichte: Bei der Deutschen Post war es vor allem der Ausblick auf das laufende Jahr, der die Anleger enttäuschte, zumal die Aktie bereits mit Vorschusslorbeeren verwöhnt worden war. Das Papier büßte am Index-Ende 3,34 Prozent auf 29,24 Euro ein.

Die Anteilsscheine von Eon stiegen nach der Bilanzvorlage des Düsseldorfer Versorgers um 1,69 Prozent. Deutschlands größter Energieversorger fuhr wegen seines geplanten radikalen Strategiewechsels einen Rekordverlust in Milliardenhöhe ein. Investoren hatten allerdings schon damit gerechnet.

Die Zuversicht von Bayer angesichts erfolgreicher neuer Produkte und eines milliardenschweren Zukaufs verhalf den Papieren zu einem Plus von 1,40 Prozent.