Dax noch ohne klare Richtung

Der Dax hat zunächst keine klare Richtung eingeschlagen. Für den deutschen Leitindex war es zuerst um knapp 1 Prozent nach oben gegangen, bevor die Anleger wieder kalte Füße bekamen.

Zuletzt gab der Dax um 0,37 Prozent auf 9357,27 Punkte nach. Am Mittwoch war er im Sog der weiter sinkenden Ölpreise einmal mehr auf Talfahrt gegangen.

Der MDax der mittelgroßen Werte bewegte sich am Morgen mit einem Plus von 0,03 Prozent auf 18 329,23 Punkte kaum vom Fleck. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,31 Prozent auf 1601,75 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es leicht nach unten.

Am Nachmittag richten sich die Augen der Anleger auf die Europäische Zentralbank (EZB). Die Notenbanker werden sich zwar bei der anstehenden Zinsentscheidung nach Einschätzung der meisten Experten zurückhalten. Thomas Hollenbach von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet aber Reaktionen auf die globalen Risiken wie die Wirkungen des Ölpreis-Crashs auf die Inflation im Euroraum. Signale in Richtung weiterer Maßnahmen seien vor allem vor dem Hintergrund denkbar, dass die aktuellen EZB-Prognosen für die Teuerung bei der aktuellen Ölpreis-Entwicklung kaum erreichbar erschienen.

Thema des Tages waren zunächst die am Vorabend überraschend vorgelegten Eckdaten der Deutschen Bank. Die Anleger zeigten sich erschreckt, weil das schwere Jahr 2015 für das Finanzinstitut mit einem Rekordverlust geendet hatte. Die Aktien der Bank sackten am Morgen um fast 10 Prozent ab und waren damit der mit Abstand schwächste Wert im Dax. Aktuell werden sie damit so tief gehandelt wie zuletzt zum Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009.

Die Geschäftszahlen der Deutschen Bank seien einfach zu schwach für einen Stimmungswandel, sagte ein Händler am Morgen. 2015 hatte sich wegen hoher Ausgaben für Rechtsstreitigkeiten und Kosten für den Konzernumbau vorläufigen Berechnungen zufolge ein Verlust von rund 6,7 Milliarden Euro nach Steuern angehäuft.