Dax probt vor EZB-Sitzung neuen Rekordlauf

Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank hat der deutsche Aktienmarkt seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Der Dax gewann am Morgen 0,57 Prozent auf 11 455,84 Punkte. Der Leitindex blieb damit nur 10 Punkte unter seinem kürzlich erreichten Höchststand.

Im Fokus der EZB-Sitzung steht die Bekanntgabe von Details zum bald anlaufenden Wertpapier-Kaufprogramm («Quantitative Lockerung»). Die Aussicht auf den billionenschweren Geldsegen der Notenbanker unter Führung von EZB-Chef Mario Draghi treibt seit Wochen die Märkte. «Mario Draghi wird zudem einen verbesserten Ausblick für die europäische Konjunktur vorstellen», erklärte Volkswirt Dirk Gojny von der National-Bank. Andere Konjunkturdaten dürften aus seiner Sicht indes kaum Beachtung finden.

Der MDax stieg am Morgen parallel um 0,79 Prozent auf 20 119,00 Punkte. Das Barometer für den deutschen Mittelstand hatte am Montag bei 20 278 Punkten ein Allzeithoch erreicht. Der Auswahlindex für Technologiewerte, der TecDax, stand um 0,93 Prozent höher bei 1584,01 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,50 Prozent nach oben.

Im Blick der Aktienhändler standen außerdem frische Unternehmenszahlen: Adidas-Aktien sprangen nach der Vorlage endgültiger Jahreszahlen für 2014 als bester Dax-Wert um 3,55 Prozent hoch. Der Sportartikel-Hersteller verzeichnete nach eigener Einschätzung eine starke Umsatzdynamik zum Jahresende. Einer Händlereinschätzung zufolge ist der Ausblick «solide» und die Dividende gut.

Continental konnte die Investoren ebenfalls mit seinem Zahlenwerk überzeugen: Die Papiere des Autozulieferers verteuerten sich um 3,11 Prozent. Conti will vom Wachstum der PS-Branche profitieren und peilt für 2020 rund 50 Milliarden Euro Umsatz an. Verglichen mit den Plänen für 2015 wäre dies ein Anstieg von einem Drittel. Analyst Holger Schmidt von der Equinet Bank zufolge zeigen die Ergebnisse und der Ausblick eine anhaltend positive Entwicklung.

Aktien der Deutsche Annington reagierten mit minus 0,18 Prozent indes kaum auf die Bekanntgabe von Geschäftszahlen. Dabei verzeichnete das Immobilienunternehmen vor der geplanten Fusion mit dem Wettbewerber Gagfah einen Rekordgewinn. Händler ordneten die Zahlen als «erwartungsgemäß» ein.