Dax profitiert von China, Draghi und Rekordjagd an Wall Street

Am deutschen Aktienmarkt feiern die Anleger am Freitag Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi, die anhaltende Rekordjagd der Wall Street und eine Zinssenkung in China.

Der Dax knüpft am Mittag mit einem Plus von 1,90 Prozent auf 9663,98 Punkte an seine jüngste Aufwärtsbewegung mit vier Gewinntagen in Folge an. Der deutsche Leitindex steht damit so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitagmittag um 1,55 Prozent aufwärts auf 16 795,74 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex TecDax gewann 0,98 Prozent auf 1331,57 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 1,81 Prozent nach oben.

Draghi füllte am Vormittag Treibstoff für die Börsen nach. Er hatte auf einem Bankenkongress in Frankfurt abermals seine Handlungsbereitschaft bekräftigt, den Kampf gegen Niedriginflation und Wachstumsschwäche auszuweiten. Zudem hat die chinesische Notenbank ihre Leitzinsen gesenkt und damit zuletzt noch einen weiteren Kursschub auch für den deutschen Aktienmarkt gebracht.

Zuvor schon hatten starke Vorgaben den deutschen Aktienmarkt beflügelt, sagte Investmentanalyst Clemens Bundschuh von der Landesbank LBBW. Sowohl der weltweit bekannteste Aktienindex Dow Jones Industrials als auch der S&P-500-Index hatten am Vorabend in New York auf neuen Rekordständen geschlossen.

Auf Wochensicht liegt der Dax nun mehr als vier Prozent im Plus - das wäre das stärkste Wochenplus seit Mitte Dezember 2013. Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research betonte allerdings: «Die Weihnachtsrally 2014 ist eine Rally mangels Alternative.» Anleger wüssten in Tagen teilweise negativer Zinsen nicht wohin mit ihrem Geld und bissen mit mulmigem Gefühl in den Aktienapfel.