Dax rauscht wegen schwacher US-Jobdaten nach unten

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag mit rasanten Kursrückgängen auf unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten reagiert.

Der Dax büßte innerhalb weniger Minuten mehr als 2 Prozentpunkte ein und fiel in die Minuszone. Zuletzt notierte er 0,53 Prozent tiefer bei 9458,63 Punkten. Zuvor war der Leitindex am letzten Handelstag einer enttäuschenden Börsenwoche bis auf 9667 Punkte gestiegen.

Der MDax, der die mittelgroßen Werte repräsentiert, verlor bis zum Nachmittag 0,05 Prozent auf 19 169,28 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,09 Prozent auf 1725,65 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,40 Prozent ein.

Die US-Wirtschaft hat im September deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, wie aus dem Arbeitsmarktbericht der Regierung hervorgeht. Zudem wurde der Beschäftigungszuwachs für die beiden Vormonate spürbar nach unten korrigiert.

Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 5,1 Prozent und auch die Stundenlöhne stagnierten. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Luxemburger VP Bank, sprach in einer ersten Reaktion von einer deutlichen Enttäuschung. «Das aktuelle Zahlenmaterial für sich genommen spricht gegen eine Zinserhöhung im laufenden Jahr.»

Unter den Einzelwerten im Dax waren RWE und Eon mit Gewinnen von jeweils rund 5 Prozent Spitzenreiter. Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wurden von Anlegern dahingehend gedeutet, dass der Staat die Versorger möglicherweise unterstützen könnte, damit diese die Folgen der Energiewende verkraften.

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren erneut die Volkswagen-Vorzugsaktien, die im Zuge der Manipulationsaffäre um Abgastests weitere 5,53 Prozent verloren.

Damit büßten sie seit ihrem Rekordhoch im März bereits rund zwei Drittel ihres Wertes ein und fielen auf den tiefsten Stand seit Oktober 2011. Auch die anderen vom VW-Abgas-Skandal gebeutelten Autoaktien befanden sich zuletzt in der Minuszone.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,04 Prozent auf 139,86 Punkte nach oben.

Der Bund-Future stieg um 0,31 Prozent auf 157,24 Zähler. Der Kurs des Euro schoss nach den US-Arbeitsstatistiken kurzzeitig über 1,13 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1160 (Donnerstag: 1,1153) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8961 (0,8966) Euro.