Dax rettet sich ins Plus

Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem starken Schlussspurt noch ins Plus gerettet. Eine Reihe guter Wirtschaftsnachrichten aus den USA wog am Ende schwerer als schwache Konjunkturdaten aus Deutschland, die den Leitindex über weite Strecken belastet hatten.

Damit schloss das Börsenbarometer 0,12 Prozent höher bei 9483,97 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte rückte ebenfalls um 0,12 Prozent vor und erreichte 16 538,99 Punkte. Der technologielastige TecDax zog um 0,84 Prozent auf 1318,60 Punkte an.

In den USA hatten gleich drei Konjunkturdaten positiv überrascht: So war die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser im vergangenen Monat überraschend weiter gestiegen. Zudem hatte der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Oktober etwas stärker als erwartet zugelegt. Schließlich hatte sich auch noch das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im November überraschend und kräftig aufgehellt.

Demgegenüber war laut dem Forschungsinstitut Markit die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im November überraschend auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Vor allem in der größten Euro-Volkswirtschaft Deutschland trübten sich die Aussichten spürbar ein.

Die Stimmungsdaten stehen in Kontrast zu einer Studie, wonach Großkonzerne hierzulande in puncto Gewinnentwicklung auf Rekordkurs sind - und das trotz der Stagnation in Deutschland und eingetrübter Konjunkturaussichten in aller Welt. Auf dem Weg nach oben ist auch wieder ThyssenKrupp: Der Stahl- und Industriekonzern hatte nach drei Jahren mit milliardenschweren Verlusten einen Gewinn für das Geschäftsjahr 2013/14 gemeldet. Die Anleger honorierten dies mit einem Kurssprung von 2,76 Prozent auf 20,275 Euro.

Dagegen litten Chemiewerte unter einer Branchenstudie der Investmentbank Kepler Cheuvreux. So verloren Lanxess-Papiere am Dax-Ende 1,63 Prozent. Analyst Christian Faitz riet, die Aktien des Spezialchemiekonzerns zu meiden. Auch für andere europäische Chemie-Titel erwartet Faitz eine Korrektur der hohen Bewertungen. Entsprechend verbilligten sich die Aktien von BASF um 0,53 Prozent, Linde um 0,64 Prozent und Fuchs Petrolub als Schlusslicht im MDax um rund 2 Prozent.

Der EuroStoxx 50 büßte 0,67 Prozent auf 3102,21 Punkte ein und auch in Paris und London schlossen die Börsen im Minus. An der Wall Street in New York bewegte sich der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss kaum von der Stelle.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundesanleihen auf 0,69 (Vortag: 0,68) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,08 Prozent auf 138,20 Punkte zu. Für den Bund Future ging es um 0,34 Prozent auf 151,62 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2539 (Mittwoch: 1,2535) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7975 (0,7978) Euro.