Dax rutscht merklich unter 10 000 Punkte

Der Dax verabschiedet sich weiter von seinem Rekordhoch. Unter dem Eindruck schwacher Vorgaben aus Übersee rutschte der deutsche Leitindex zum Handelsbeginn sogar unter die 10 000-Punkte-Marke, über die er erst in der vergangenen Woche gesprungen war. Er stand am Morgen 0,84 Prozent im Minus bei 9931,22 Punkten.

Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es um 0,71 Prozent auf 16 966,91 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,29 Prozent auf 1363,54 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um 1,04 Prozent ab.

Bereits am Montag hatte sich der Dax von seiner am Freitag kurz vor Handelsschluss erreichten Bestmarke von 10 093 Punkten entfernt. Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba verwies auf die Furcht, dass die US-Notenbank die Zinsschraube schneller als angenommen anzieht.

So könnte die Fed einem Medienbericht zufolge schon bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Weichen in Richtung Zinserhöhung stellen. Das billige Geld wirkt seit Jahren als Schmiermittel für die Börsen.

Überdies rauschten die chinesischen Börsen nach einer Rekord-Gewinnserie abrupt in die Tiefe. Auch in Japan gab es nach einem tagelangen Aufwärtstrend Verluste. Zu den Auslösern der Verkäufe zählte unter anderem der weiter schwache Ölpreis und Währungsschwankungen.

Zusätzlich lasteten Kursverluste von Dax-Schwergewichten wie Bayer auf dem deutschen Leitindex. Die Papiere des Pharmakonzerns fielen als einer der schwächsten Werte um 1,47 Prozent. Einem Händler zufolge strich eine Investmentbank ihre Kaufempfehlung für die Titel. Die Papiere des Rückversicherers Munich Re büßten 1,24 Prozent ein. Auch hier verwies der Händler auf verhaltene Analystenstimmen.

Den Anteilseignern der Deutschen Bank verdarb ein neuer Rechtsstreit die Laune. Die Papiere fielen um 1,47 Prozent. Die USA verklagen Deutschlands größte Bank wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe. Wenngleich die Summe im Vergleich zu anderen Verfahren nicht sonderlich hoch sei, dürfte es die Stimmung der Investoren kaum aufhellen, sagte ein Händler.

Die Aktien von BMW büßten 1,33 Prozent ein. Ein Experte verwies auf einen Konflikt mit Händlern des Autokonzerns in China - dabei gehe es um Rabatte, Ersatzteile und Verkaufsziele. Zudem hat der Rivale Volkswagen den Entwicklungschef der Münchner, Herbert Diess, abgeworben und holt ihn zu sich in den Konzernvorstand.