Dax rutscht von Rekordniveau ab - Anleger machen Kasse

Dem deutschen Aktienmarkt ist nach seinem Rekordlauf zunächst die Puste ausgegangen. «Von der ruhigen Nachrichtenseite fehlt der Treibstoff für weitere Kursgewinne», sagte Analyst Markus Huber vom Wertpapierhändler Peregrine & Black in London.

Daher hätten Gewinnmitnahmen Dax & Co. zum Wochenanfang von ihren Rekordniveaus fallen lassen. Das sei aber nicht gravierend, erklärte Huber. In euphorischen Marktphasen sei der Montag ohnehin oft der schwächste Wochentag.

Der Dax hatte am Morgen bei 11 455 Punkten einen Rekord erreicht. Zuletzt rutschte der Leitindex bei ruhigem Geschäft aber mit 0,23 Prozent ins Minus auf 11 374,93 Punkte. Auch das Barometer des deutschen Mittelstands, der MDax, setzte seinen Rekordlauf zunächst bis auf 20 278 Punkte fort.

Er stand zuletzt noch 0,10 Prozent höher bei 20 111,16 Punkte. Der TecDax erreichte im frühen Handel ein Hoch seit Juni 2001; der Auswahlindex für Technologiewerte trat dann mit minus 0,02 Prozent bei 1581,49 Punkten auf der Stelle. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bröckelte ebenfalls ins Minus mit einem drittel Prozent auf 3586,66 Punkte.

Am Vormittag hatte die anhaltende Geldflut der Notenbanken die Börsen weiter nach oben getrieben, wie Analyst Craig Erlam vom Währungshändler Oanda sagte. Eine erneute Zinssenkung in China hatte das Bild der weltweit ungebrochenen Unterstützung der Wirtschaft durch die Zentralbanken untermauert.

In diesem Monat will die Europäische Zentralbank (EZB) ihr billionenschweres Kaufprogramm für Anleihen beginnen. Konjunkturdaten aus Europa wirkten indes kaum auf die Märkte. Auch die schwelenden Krisen in Griechenland und der Ukraine rückten in den Hintergrund.

Gesundheitswerte überholten im Handelsverlauf die Autos in der Gunst der Anleger. Merck-Aktien knüpften vor der am Dienstag erwarteten Quartalsbilanz an ihren jüngsten Höhenflug an: Die Anteile an dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern kletterten um 1,69 Prozent auf 93,76 Euro und erreichten einen neuen Rekord.

Auch die andauernde Übernahmeaktivität sorge für Fantasie in dem Sektor, sagte ein Händler. Der Schweizer Großkonzern Sonova übernimmt den Hörgeräte-Großhändler Hansaton.

Bei RWE-Aktien ging es um 0,90 Prozent nach unten. Der Energiekonzern schließt trotz der Bedenken der britischen Regierung den Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman ab. «Die Transaktion endet wie befürchtet. Die Ablehnung aus London ist in die Struktur des Deals bereits eingearbeitet», sagte ein Händler.

Die Aktien des Automobilzulieferers und Rüstungskonzerns Rheinmetall gewannen dagegen 1,42 Prozent auf 45,935 Euro. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stellte in einem Interview der «Bild am Sonntag» für die Zeit ab 2017 einen höheren Verteidigungsetat in Aussicht.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg auf 0,27 (Freitag: 0,26) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 140,20 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 159,41 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1227 ( 1,1240) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,8907 (0,8897) Euro.