Dax schafft Hürde von 10 000 Punkten nicht

Auch der zweite Anlauf des Dax auf 10 000 Punkte ist gescheitert. Ein freundlicher Start hatte den deutschen Leitindex am Freitag wie schon tags zuvor nahe an die viel beachtete Marke gebracht.

Doch letztlich reichte nach der vorangegangenen, elftägigen Gewinnserie der Schwung nicht aus: Zum Schluss stand ein knappes Kursplus von 0,06 Prozent auf 9980,85 Punkte zu Buche.

Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets sah neben fehlenden Impulsen aus den USA Berichte über russische Kriegsschiffe im Ärmelkanal als Kursbremse. Die Wochen- und Monatsbilanzen können sich mit einem Anstieg um gut zweieinhalb beziehungsweise 7 Prozent aber sehen lassen. Schwächer als der Dax präsentierten sich vor dem Wochenende die Nebenwerte-Indizes: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,54 Prozent auf 16 984,26 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,25 Prozent auf 1347,02 Punkte nach.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,19 Prozent auf 3250,93 Punkte zu. In Paris ging es für den Cac-40-Index ähnlich bergauf, während der Londoner FTSE 100 auf der Stelle trat. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss moderat im Plus. An den US-Börsen fand nach dem Feiertag eine verkürzte Handelssitzung statt.

Da der wesentliche Treiber für den jüngsten Aufwärtstrend die Hoffnung auf eine noch weitere Öffnung der Geldschleusen durch die Europäische Zentralbank (EZB) ist, standen auch an diesem Tag wieder die Wirtschaftsdaten im Fokus. Während die Daten aus Deutschland überwiegend gut sind, bereiten die aus anderen Teilen der Eurozone unverändert Sorgen.

«Die heute veröffentlichte Schätzung der Inflationszahlen für November verdeutlicht den Druck, der auf der EZB lastet», sagte Volkswirt Daniel Kohl von der Schweizer Bank Julius Bär. «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil angekündigt wird, ist in den letzten Monaten stetig gestiegen.»

Unter den Einzelwerten gaben die BASF-Aktien am Dax-Ende um 2,00 Prozent nach. Die Papiere des Chemiekonzerns leiden Händlern zufolge weiter unter dem fallenden Ölpreis, zählt die BASF-Tochter Wintershall doch zu den größten Ölproduzenten des Landes. Die Aussicht auf eine unverändert hohe Fördermenge durch die Opec belastet den Ölpreis stark.

Die Papiere der Lufthansa hingegen wurden vom schwachen Ölpreis gestützt und erhielten zusätzlich Auftrieb durch eine positive Analystenstudie. Sie stiegen an der Dax-Spitze um 4,90 Prozent.

Die Aktien von Zalando legten am Freitag nach dem kleinen Rückgang am Tag zuvor einen erneuten Kurssprung hin. Bei 26,325 Euro markierten sie den höchsten Stand ihrer noch jungen Börsengeschichte. Zum Schluss gewannen die Titel 8,19 Prozent auf 25,100 Euro. Sie profitierten offenbar von Hoffnungen auf einen MDax-Aufstieg. Zuletzt wurde bekannt, dass der Streubesitz beim Indexmitglied Sky Deutschland unter 10 Prozent gesunken ist.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,60 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent auf 138,40 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,02 Prozent auf 152,91 Punkte zu. Der Euro notierte bei 1,2436 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,2483 (Donnerstag: 1,2480) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,8011 (0,8013) Euro.