Dax schafft Rekord - Hoffen auf EZB-Geld

Die Hoffnung auf noch mehr billiges Notenbank-Geld hat den Dax am Montag auf einen Rekordstand getrieben.

Die Märkte seien extrem optimistisch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Ankündigung umfangreicher Käufe von Staatsanleihen ein starkes Zeichen setze, schrieb Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Die Geldflut der Notenbanken treibt seit Jahren die Märkte.

Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex bis auf 10 254 Punkte und setzte damit seinen Höhenflug fort - zuletzt behauptete er ein Plus von 0,48 Prozent auf 10 216,14 Punkte. Bereits am Freitag hatte das Börsenbarometer nach den Turbulenzen um die Freigabe des zuvor jahrelang an den Euro gekoppelten Frankenkurses Bestmarken erreicht und nachbörslich sogar erstmals die Marke von 10 300 Punkten übersprungen.

Der MDax der mittelgroßen Werte notierte nach einem Sprung bis auf rekordhohe 17 750 Punkte noch 0,39 Prozent im Plus bei 17 743,98 Punkten. Der TecDax kletterte 0,57 Prozent auf 1447,63 Punkte; für den Technologiewerte-Index bedeutete das immerhin den höchsten Stand seit Mitte 2001. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,10 Prozent vor.

Alles andere als die Ankündigung eines «QE»-Programms («Quantitative Easing») der EZB würde die Akteure am Aktienmarkt enttäuschen, sagte Analystin Claudia Windt von der Helaba mit Blick auf die anstehende Notenbank-Sitzung am Donnerstag. Mit «QE» ist ein Anleihekaufprogramm nach Vorbild der US-Notenbank Fed gemeint. Bis zum Höhepunkt der Woche rechnen Marktteilnehmer mit einiger Nervosität.

Der Feiertag Martin Luther King Day in den USA könnte allerdings das Handelsvolumen über den Tag hinweg dämpfen, da etliche amerikanische Investoren am Markt fehlen dürften.

Bei den Einzelwerten ragten die Aktien des Versorgers RWE heraus: Nach dem Kurssprung am Freitag infolge der Einigung über den Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea stiegen die Titel um weitere 0,88 Prozent. Börsianer sahen einen Bericht der «Rheinischen Post» als Stimmungsstütze. Demnach forderten die kommunalen Aktionäre, die insgesamt 25 Prozent an RWE halten, nach dem Dea-Verkauf eine stabile Dividende. «RWE plant zwar, die Dividende zu senken und Schulden abzubauen», sagte ein Händler. «Die Forderung so wichtiger Aktionäre könnte aber möglicherweise für ein Umdenken sorgen.»

Für die Aktien der Merck KGaA ging es um 1,25 Prozent hoch. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht sich trotz der Euro-Schwäche gegen einen Aufschlag bei der milliardenschweren Übernahme des US-Pharmaspezialisten Sigma Aldrich geschützt. Am Preis ändere sich auch in Euro gerechnet nichts, weil das Geschäft gegen Devisenkursrisiken abgesichert sei, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung».