Dax schleppt sich mühsam auf Rekordschluss

Der Dax hat sich nach seinem jüngsten Höhenflug mühsam auf einen Rekordschluss geschleppt. «Dem fulminanten Aufwärtsschub scheint allmählich die Luft auszugehen», kommentierte Marktanalyst Gregor Kuhn vom Wertpapierhändler IG den lustlosen Handelsverlauf.

Auch positiv aufgenommene Unternehmenszahlen gaben letztlich keine Impulse. Das Thema Griechenland spielte nach der Übereinkunft um eine Fortführung des Hilfsprogramms keine Rolle mehr.

Zum Börsenschluss notierte der Dax 0,04 Prozent fester bei 11 210,27 Punkten. Tags zuvor hatte er dank der Hoffnung auf weiter niedrige US-Zinsen eine Bestmarke erreicht und auch auf dem bis dahin höchsten Stand seiner Geschichte geschlossen. Seit Jahresbeginn beläuft sich sein Plus schon auf mehr als 14 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte sank zur Wochenmitte um 0,38 Prozent auf 19 752,73 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,26 Prozent auf 1574,39 Punkte gewann.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,15 Prozent auf 3541,78 Zähler. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls moderat nach, während sich der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss fast unbewegt präsentierte.

Die US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte am Dienstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats bekräftigt, sie habe derzeit keine Eile, sich von der jahrelangen Nullzinspolitik zu verabschieden. An diesem Mittwoch stand sie vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort - die Aussagen fielen erwartungsgemäß ähnlich wie am Vortag aus.

Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets erinnerte derweil daran, dass am kommenden Montag die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) beginnen. Das billige Geld der Notenbanken ist seit Jahren der wichtigste Treibstoff für die Börsen.

Unternehmensaktien standen mit ihren Geschäftszahlen im Fokus. Beim Medizinkonzern Fresenius und seiner Dialysetochter FMC sorgten ordentliche Resultate für Kursgewinne von 2,40 und 5,24 Prozent. Die Aktien waren seit Jahresbeginn dem Dax hinterher gehinkt - besonders die Papiere von FMC, die nun sogar auf ein Rekordhoch kletterten.

Die im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls schwach gelaufenen Aktien der Versorger Eon und RWE verkürzten derweil ihren Rückstand. Sie gehörten wie bereits am Vortag mit Aufschlägen von 2,52 und 1,85 Prozent zu den Favoriten der Anleger.

Auch in den übrigen Indizes erreichten zahlreiche Werte  Rekordstände: So sorgten das bislang beste Ergebnis der Aareal Bank und eine Dividendenanhebung für die Fortsetzung der Erfolgsstory auch an der Börse. Die im MDax notierte Aktie des Wiesbadener Immobilienfinanzierers erreichte eine Bestmarke und schloss 0,67 Prozent im Plus bei 39,190 Euro.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere fiel auf 0,27 (Vortag: 0,31) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg hingegen um 0,23 Prozent auf 140,31 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,30 Prozent auf 159,43 Punkte. Der Euro notierte bei 1,1362 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1346 (Vortag: 1,1328) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,8814 (0,8828) Euro.