Dax schleppt sich zu magerem Jahresgewinn

Der Dax hat ein turbulentes Börsenjahr mit einem mageren Gewinn abgeschlossen. Der deutsche Leitindex legte nach einer Berg- und Talfahrt in den vergangenen zwölf Monaten letztlich um 2,65 Prozent zu - verglichen mit dem 25-prozentigen Anstieg im Vorjahr.

Der letzte Handelstag trübte die Bilanz noch einmal ein, unter anderem belastete die Sorge um die politische Entwicklung in Griechenland die Stimmung der Anleger.

In der bereits um 14 Uhr beendeten Sitzung am Dienstag verlor der deutsche Leitindex 1,22 Prozent auf 9805,55 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss 0,56 Prozent tiefer bei 16 934,85 Zählern. Der TecDax der Technologiewerte gewann hingegen 0,12 Prozent auf 1371,36 Punkte.

Händler machten für die Verluste kurz vor Silvester ungünstige Vorgaben aus Übersee verantwortlich. So hatte sich an der Wall Street wie auch an den meisten asiatischen Börsen die Stimmung eingetrübt. Belastungen kamen zudem von der politisch unsicheren Lage in Griechenland - dort stehen im Januar vorgezogene Neuwahlen an - und vom erneut gefallenen Ölpreis.

Die Anleger hatten 2014 starke Nerven zeigen müssen: Konjunktursorgen, Ebola und Ukraine-Krise belasteten die Stimmung. Billiges Notenbank-Geld und die wieder anziehende US-Wirtschaft sorgten dagegen für Optimismus. Die Folge: Eine Achterbahnfahrt an den Märkten, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Nachdem der Dax noch im Oktober auf ein Jahrestief von 8354,97 Punkten gefallen war, schoss er Anfang Dezember auf seinen bisherigen Höchststand von 10 093,03 Punkten.

Aufs Jahr gesehen war der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA attraktivster Dax-Wert mit gut 20 Prozent Plus, dicht gefolgt vom Stahlkonzern ThyssenKrupp und dem Dialysespezialisten FMC mit jeweils rund 20 Prozent Profit. Am unteren Ende der Dax-Skala lagen die Titel des Sportartikel-Herstellers Adidas, die um fast 38 Prozent einbrachen. Ebenfalls gemieden wurden 2014 die Aktien der Deutschen Bank (minus 24 Prozent) und des Spezialchemie-Konzerns Lanxess (minus 21 Prozent).

Im MDax wäre mit dem Kauf der «richtigen» Aktien im abgelaufenen Jahr weitaus mehr Profit drin gewesen. So stiegen die Papiere des Roboterherstellers Kuka und der Immobiliengesellschaft Gagfah um je rund 73 Prozent. Am stärksten verkauft wurden die Titel des Baukonzerns Bilfinger (minus 43 Prozent) und von Südzucker (minus 39 Prozent).

Am letzten Handelstag stand unter anderem die BASF-Aktie im Fokus: Die Papiere verzeichneten einen Verlust von 1,44 Prozent. Der Chemiekonzern verkauft seinen 15-Prozent-Anteil am Erdgasprojekt South Stream an den Gazprom-Konzern. Die abgeschwächte Geschäftsbeziehung zum russischen Gas-Riesen sei strategisch negativ für BASF, sagte ein Händler.

Die Papiere von Daimler, BMW und Volkswagen verbilligten sich zwischen 1,0 und 1,5 Prozent. Börsianer verwiesen auf die Warnung des weltgrößten Automobilherstellers Toyota, das diesjährige Absatzziel für den chinesischen Markt zu verfehlen. Es würde ihn nicht wundern, ähnliche Aussagen demnächst auch von BMW und anderen Wettbewerbern zu hören, sagte ein Händler.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundesanleihen von 0,49 auf 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 139,68 Punkte. Der Bund Future verharrte bei 155,75 Punkten. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2160 (Montag: 1,2197) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8224 (0,8199) Euro.