Dax schließt knapp vor 11 000 Punkten

Die Anleger sind wieder zunehmend optimistisch gestimmt. Sie verhalfen dem deutschen Aktienmarkt am Montag zu weiteren Gewinnen und schickten den Dax fast bis auf 11 000 Punkte.

Nach holprigem Start knüpfte der deutsche Leitindex an den starken Oktober an und legte um 0,93 Prozent auf 10 950,67 Punkte zu. Der vergangene Monat war für den Dax mit einem Plus von mehr als 12 Prozent der beste seit sechseinhalb Jahren gewesen. Der MDax kletterte zu Wochenbeginn um weitere 0,55 Prozent auf 21 291,69 Punkte nach oben und liegt damit nur noch etwas mehr als 1,5 Prozent unter seinem im April erreichten Rekordhoch. Der TecDax gewann 1,28 Prozent auf 1822,58 Punkte.

Die Stimmung an der Börse bleibe gut, trotz erneut durchwachsener Daten zur chinesischen Wirtschaft, sagte Experte Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. Vor allem die Hoffnung auf weiteres billiges Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) treibe die Kurse. Aktienhändler Markus Huber vom Handelshaus Peregrine & Black sieht zudem professionelle Investoren aufgrund des Anlagenotstandes unter Zugzwang, zum Jahresende hin nochmals etwas risikofreudiger zu werden und ihre Aktienpositionen aufzustocken.

Ein gut gelaufenes Tagesgeschäft im dritten Quartal und eine etwas besser als erwartete Kapitalausstattung verhalf der Commerzbank-Aktie mit plus 6,59 Prozent an die Dax-Spitze. Analyst Ingo Frommen von der LBBW sieht die Restrukturierung weiter auf einem guten Weg und lobte insbesondere das Privat- und Firmenkundengeschäft. In den Fokus rückte aber auch, dass Martin Blessing als Vorstandsvorsitzender seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag nicht verlängern wird, was am Markt eher mit Bedauern aufgenommen wurde.

Trotz erneuter Streikankündigungen bei der Lufthansa rückte der Anteilsschein von Deutschlands größter Fluggesellschaft um 0,67 Prozent vor. Ihm kam vor allem die fortgesetzte Ölpreisschwäche zugute. Dennoch droht Ungemach: Nachdem die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) im laufenden Tarifstreit schon 13 Mal die Arbeit niedergelegt hatten, wollen nun die Flugbegleiter ab Freitag für eine Woche streiken.

Gute Stimmung herrschte auch an den internationalen Börsen: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, rückte um 0,48 Prozent auf 3434,50 Punkte vor, und auch in Paris wurden Gewinne verbucht. Der FTSE 100 in London hingegen schloss fast unverändert. In New York stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,50 Prozent. Die Nasdaq-Börsen legten noch etwas deutlicher zu.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,41 (Freitag: 0,36) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 139,87 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,34 Prozent auf 156,79 Punkte. Der Euro legte zu: Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1032 (1,1017) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9065 (0,9077) Euro.