Dax schließt ohne positive Impulse leicht im Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag leichte Verluste verbucht. Nach seiner zum Wochenstart noch fortgesetzten Erholung hätten nun weitere Impulse gefehlt, hieß es am Markt.

Der Dax ging mit minus 0,16 Prozent bei 10 147,68 Punkten aus dem Handel. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, verlor 0,11 Prozent auf 19 728,27 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,06 Prozent auf 1759,84 Punkte.

Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets verwies als Grund für die leichte Schwäche am Markt vor allem auf eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB), der zufolge die Banken in der Eurozone ihre Bedingungen für die Vergabe von Krediten weiter gelockert haben. «Damit fließt mehr Geld in die Wirtschaft», kommentierte er. «Die Nachricht nimmt den Druck von der EZB, zum jetzigen Zeitpunkt geldpolitisch noch mehr aufs Gaspedal zu treten. Sie kann vorerst weiter abwarten.»

Die EZB versucht seit geraumer Zeit gegen die schwache Kreditvergabe im Währungsraum anzukämpfen, etwa mit Hilfe ihres monatlichen Anleihe-Kaufprogramms. Gespannt warten die Anleger nun auf den Donnerstag, wenn die EZB ihre neuen geldpolitischen Entscheidungen bekanntgibt. Volkswirte rechnen zwar nicht mit einer weiteren Lockerung, Investoren hoffen jedoch auf Hinweise in den Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi, ob und wann das aktuell etwas mehr als 1100 Milliarden Euro umfassende Wertpapierkaufprogamm ausgeweitet werden könnte.

Unter den Einzelwerten standen im Dax die Aktien der Deutschen Telekom nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs im Fokus. Sie legten an der Dax-Spitze um 2,18 Prozent zu. Nach Börsenschluss hieß es zudem von der Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen, dass der Bonner Konzern den Verkauf seines niederländischen Mobilfunkgeschäfts erwäge, was der Aktie im späten Frankfurter Geschäft noch etwas weiteren Auftrieb gab.

Im TecDax stiegen die Aktien von des Maschinenbauers Manz um 5,69 Prozent und waren damit der Favorit. Im Zuge seiner Strategie, sich breiter aufzustellen, entwickelt Manz nun gemeinsam mit Adidas eine automatisierte Fertigungstechnologie für die Sportartikelproduktion.

Der zermürbende Tarifstreit bei der Lufthansa belastete die Papiere der größten deutschen Fluggesellschaft wieder einmal. Sie fielen um 1,12 Prozent. Nach 13 Streikrunden der Piloten müssen sich Passagiere der Lufthansa nun erneut auf einen Arbeitskampf der Flugbegleiter einstellen.

Unter den kleineren Werten gingen kurz vor Börsenschluss zudem die Aktien von Biotest auf Talfahrt. Überraschende Abschreibungen auf das US-Geschäft ließen die Papiere des Herstellers von Arzneimitteln aus Blutplasma um fast neun Prozent auf 17,25 Euro einbrechen.

In ganz Europa zeigten sich die wichtigsten Börsen im Minus, etwa in London und Paris. Der EuroStoxx 50 gab um 0,50 Prozent auf 3255,72 Punkte nach. An der Wall Street pendelte der Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um seinen Vortagesschluss, während die Nasdaq-Börsen leicht nachgaben.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 139,78 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,63 Prozent auf 155,75 Punkte ein. Der Kurs des Euro gab am frühen Abend einen Großteil seiner Gewinne wieder ab und wurde zuletzt bei 1,1347 US-Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1373 (Montag: 1,1333) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8793 (0,8824) Euro.