Dax schließt über 8500 Punkten

Der Dax hat sich seinem Rekordhoch am Freitag weiter angenähert und über der Marke von 8500 Punkten geschlossen. Mit einem Plus von 0,18 Prozent auf 8509,42 Zähler ging der deutsche Leitindex ins Wochenende. Dies ist der höchste Stand seit 22. Mai.

Damals hatte er zudem im Tagesverlauf bei 8557 Punkten ein Rekordhoch markiert. Im Wochenverlauf legte der Dax um 2,8 Prozent zu. Der MDax beendete am Freitag den Handel mit einem Plus von 0,11 Prozent bei 14 840,30 Punkten, während der TecDax um 0,06 Prozent vorrückte auf 1063,45 Punkte.

«Selbst schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten haben dem Dax letztlich heute kaum etwas anhaben können», sagte Marktstratege Gregor Kuhn von Broker IG. Zwar hatte es gegen Handelsschluss zunächst danach ausgesehen, als wollten Anleger vor dem Wochenende eher Gewinne mitnehmen, doch kurz vor Schluss kam die Wende.

Es waren vor allem Übernahmethemen, die die Kurse bewegten. Kurz vor Handelsschluss erreichte den Markt die Nachricht, dass der Uralkali-Großaktionär Suleiman Kerimov tatsächlich seinen Anteil an dem K+S-Konkurrenten verkauft haben soll. Das hätten Händler erfahren. Sie sahen darin den Grund für die kräftigen Kursgewinne des Kasseler Kaliproduzenten von 5,73 Prozent auf 22,59 Euro im Dax. Dieser Schritt, so hieß es, könnte zu einem Kurswechsel bei Uralkali führen und den erwarteten Preisdruck am Kalimarkt abschwächen.

Klar im Fokus stand außerdem der neuerliche Vorstoß von Fresenius in Richtung Rhön-Klinikum: Nachdem der Medizinkonzern im Vorjahr noch mit der Komplettübernahme des Klinikbetreibers am Widerstand der Rhön-Aktionäre gescheitert war, kauft nun die Tochter Fresenius Helios 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren von Rhön für 3,07 Milliarden Euro. Ein Händler bezeichnete das Geschäft als «großartigen Deal, vor allem für die Rhön-Aktionäre». Der Konzern will nämlich einen Großteil der Einnahmen an die Aktionäre weitergeben. Entsprechend schossen die Papiere um 11,43 Prozent nach oben an die MDax-Spitze. Aber auch für Fresenius wird der Zukauf positiv gewertet - die Aktien zogen als zweitstärkster Dax-Wert um 3,59 Prozent an.

Die Papiere von Gerry Weber sackten nach Zahlen für die ersten neun Monate um 8,08 Prozent ab. Die Anteilsscheine von Kabel Deutschland gewannen indes 6,29 Prozent. Die Übernahme von durch Vodafone kann über die Bühne gehen, nachdem den Briten die notwendige Mehrheit von 75 Prozent der Kabel-Deutschland-Aktien zum Kauf angeboten wurde.

Der EuroStoxx 50 legte um 0,18 Prozent auf 2867,11 Punkte zu und auch der Pariser Leitindex stieg moderat. Der Londoner FTSE 100 dagegen gab minimale 0,08 Prozent ab. In den USA verzeichnete der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderate Gewinne, während die Nasdaq-Börsen fast unverändert tendierten.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,62 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 132,34 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,26 Prozent auf 137,95 Punkte. Der Kurs des Euro sank bis zum Abend auf 1,3277 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3295 (Donnerstag: 1,3290) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7522 (0,7524) Euro.