Dax schließt etwas leichter

Der Dax hat am Mittwoch abermals im Minus geschlossen. Äußerungen des EZB-Chefvolkswirts Peter Praet sorgten am Nachmittag aber für eine Begrenzung der Verluste. Der Topnotenbanker stellte nach der historischen Zinssenkung aus der Vorwoche weitere Lockerungen in Aussicht.

Der Leitindex konnte daraufhin im Schlussspurt seine Abschläge noch kräftig reduzieren und ging mit einem Minus von 0,24 Prozent auf 9054,83 Punkte aus dem Handel. Für Enttäuschung sorgten vor allem einige Bilanzen im MDax, der um 0,91 Prozent auf 15 916,80 Punkte nachgab. Der TecDax verlor 0,18 Prozent auf 1124,27 Zähler.

Praet hatte in einem Interview mit dem «Wall Street Journal» betont, alle geldpolitischen Optionen lägen «auf dem Tisch». Dabei schloss er explizit auch Anleihekäufe als Instrument nicht aus.

Gleichzeitig machten am Mittwoch am Markt wieder Spekulationen über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed die Runde. «Die Marktteilnehmer haben Angst, dass es schon dieses Jahr einen Richtungswechsel in der US-Geldpolitik geben wird», sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX. Mit Spannung wird daher an diesem Donnerstag die Anhörung der designierten US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Senat erwartet, die eigentlich als Verfechterin der ultralockeren Geldpolitik gilt.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Eon mit plus 2,07 Prozent auf 13,775 Euro an der Dax-Spitze. Nach Quartalszahlen und gesenkten Jahreszielen hatten die Papiere des von der Energiewende gebeutelten Strom- und Gasversorgers anfangs noch deutlich nachgegeben. Einige Anleger, die in Erwartung schlechterer Zahlen verkauft hatten, hätten dann aber wieder Aktien zurückgekauft, hieß es zur Begründung am Markt. RWE legten im Kielwasser des Wettbewerbers um 1,86 Prozent zu.

Anteilsscheine von Hochtief erklommen nach Zahlen mit plus 3,62 Prozent das Siegertreppchen im MDax. Analysten lobten insbesondere das Vorsteuerergebnis des Baukonzerns. Stada büßten hingegen nach schwachen Zahlen am Index-Ende knapp fünfeinhalb Prozent ein, zeitweise waren die Titel um mehr als zehn Prozent eingeknickt.

Mit minus 0,17 Prozent entwickelten sich die Papiere des Pharmahändlers Celesio nach der vorgelegten Quartalsbilanz eher unspektakulär, während im TecDax LPKF Laser & Electronics nach soliden Neunmonatszahlen und erneut angehobenen Jahreszielen mit einem Plus von knapp acht Prozent auf den höchsten Stand seit 2001 sprangen.

Abseits von Quartalsberichten zogen zudem die ProSiebenSat.1-Papiere besondere Aufmerksamkeit auf sich und sackten um etwas mehr als vier Prozent ab. Die Großaktionäre KKR und Permira ziehen sich bei dem TV-Konzern wie angekündigt weiter zurück. Etwas mehr als zwei Monate nach der ersten großen Platzierung warfen die beiden Finanzinvestoren erneut ein großes Aktienpaket auf den Markt. Durch den Verkauf von 35 Millionen Papieren sinkt der Anteil von zuletzt knapp 33 Prozent auf 17 Prozent. Mit dem dadurch stark steigenden Anteil frei handelbarer Aktien (Streubesitz) gilt der RTL-Konkurrent mittelfristig als Kandidat für die erste Börsenliga.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,45 Prozent leichter bei 3021,17 Punkten. Auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten Verluste. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit 0,34 Prozent im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,44 Prozent am Vortag auf 1,43 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,04 Prozent auf 133,66 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,50 Prozent auf 141,31 Punkte vor. Der Kurs des Euro legte bis zum Abend auf 1,3457 US-Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,3415 (Dienstag: 1,3432) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7454 (0,7445) Euro.