Dax schließt mit größtem Wochenverlust seit über einem Jahr

Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat der Dax am Freitag seine zwischenzeitlichen Gewinne nicht behaupten können. Der deutsche Leitindex drehte am Tag des großen Verfalls an den Terminmärkten («Hexensabbat») ins Minus und schloss 1,76 Prozent schwächer bei 7789,24 Punkten.

Das war der tiefste Stand seit fast zwei Monaten. Der Wochenverlust von 4,17 Prozent war der dritte in Folge und zudem der größte seit über einem Jahr. Für den MDax ging es am Freitag um 1,44 Prozent bergab auf 13 578,14 Punkte, während der TecDax 1,45 Prozent auf 920,12 Punkte einbüßte.

Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sprach von größeren Umschichtungen der Anleger, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke jüngst einen Zeitplan zum Ausstieg aus den Anleihekäufen skizziert hatte. «Es besteht immer noch erheblicher Anpassungsbedarf.» Der heutige Verfallstermin, an dem häufig Kursausschläge zu beobachten sind, und die guten Vorgaben aus Asien hätten nur zwischenzeitlich für eine Erholung gesorgt.

Analyst Daniel Saurenz von Feingold Research sah in den Bernanke-Aussagen indes nur den Auslöser für die Kursverluste. Belastend wirke die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China.

Software-Titel litten unter den Resultaten ihrer US-Wettbewerber: Die SAP-Aktien fielen um 2,70 Prozent, nachdem sich gezeigt hatte, dass Oracle es derzeit nicht schafft, das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. Im TecDax verbilligten sich die Papiere der Software AG um 1,91 Prozent. Konkurrent Tibco hatte zuvor die Markterwartungen verfehlt.

Dagegen hielten sich die ThyssenKrupp-Titel mit minus 0,41 Prozent vergleichsweise gut. Eine Investorenveranstaltung des Industriekonzerns habe gezeigt, dass die Sorgen einiger Investoren um die Höhe der im Mai ins Gespräch gebrachte Kapitalerhöhung überzogen sein könnten, sagte ein Händler. Auch für die Aktien der Deutschen Telekom war die Stimmung positiv: Sie gaben nur um 0,42 Prozent nach. Der US-Konkurrent AT&T bleibt offenbar an europäischen Telekommunikations-Unternehmen interessiert. Auf der potenziellen Einkaufsliste steht nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg auch das britische Mobilfunkunternehmen EE, das France Telecom und der Deutschen Telekom gehört.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss am Freitag 1,43 Prozent tiefer bei 2549,48 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es weniger deutlich bergab. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss moderat in der Verlustzone.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,35 Prozent am Vortag auf 1,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 133,22 Punkte. Der Bund Future gab um 0,54 Prozent auf 141,40 Punkte. Der Euro sank auf 1,3116 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3180 (Donnerstag: 1,3200) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7587 (0,7576) Euro gekostet.