Dax schließt trotz Griechenland-Streit über 11 000 Punkten

Das Hin und Her im griechischen Schuldendrama hat den Dax am Donnerstag unter dem Strich kaum beeindruckt.

Der deutsche Leitindex fiel zwar um rund 50 Punkte von seinem Rekordhoch zurück, nachdem der deutsche Bundesfinanzminister Athens Antrag auf eine Verlängerung der europäischen Finanzhilfen abgelehnt hatte. Er blieb aber deutlich über seinem am Morgen erreichten Tagestief und endete 0,37 Prozent höher bei 11 001,94 Punkten. Dabei half auch eine relativ stabile Wall Street. Der MDax setzte seinen Rekordkurs mit plus 0,77 Prozent auf 19 649,75 Punkte fort. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,29 Prozent auf 1539,72 Punkte.

«Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag», sagte der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der Antrag ziele auf eine Brückenfinanzierung, ohne die Anforderungen des Programms zu erfüllen. Das Schreiben entspreche damit nicht den am Montag in der Eurogruppe vereinbarten Kriterien. Die griechische Regierung hingegen versicherte, dass sie den Antrag nicht abändern wolle.

«Die harte deutsche Handlung ist natürlich auch Verhandlungstaktik», kommentierte ein Marktbeobachter die Aussagen aus Berlin. Die Chancen auf eine Einigung beim Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag seien aber immer noch weit von 100 Prozent entfernt. Der Experte erinnerte jedoch an die Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), wonach ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone («Grexit») nur begrenzte Risiken für die übrigen Mitgliedsländer beinhalte.

Unter den Einzelwerten sorgten vor allem Geschäftszahlen für Aufsehen. Die Aktien der Deutschen Börse drehten im Handelsverlauf ins Plus und gewannen letztlich 1,30 Prozent. Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr rechnet der Börsenbetreiber weiter mit Rückenwind durch die boomenden Aktienmärkte. Adidas-Papiere sprangen mit plus 5 Prozent an die Dax-Spitze. Sie profitierten von einem Pressebericht über die Wachstumspläne des Sportartikelherstellers.

Im MDax führten die Rheinmetall-Titel mit einem Kurssprung von fast 8 Prozent die Gewinnerliste an. Die guten Geschäfte mit der Autoindustrie hatten dem Zulieferer und Rüstungskonzern 2014 die Bilanz gerettet. Im TecDax verloren die Papiere von Dialog Semiconductor ungeachtet guter Zahlen 0,78 Prozent. Die Titel des Halbleiterherstellers zollten damit der extrem guten Entwicklung der vergangenen Monate Tribut. Allein im bisherigen Jahresverlauf hatten die Aktien in der Spitze fast ein Viertel an Wert gewonnen.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,64 Prozent auf 3488,08 Punkte. Der Leitindex in Paris verzeichnete einen Gewinn von 0,71 Prozent, während der Londoner FTSE-Index um 0,13 Prozent nachgab. An der Wall Street lag der Dow Jones Industrial zuletzt praktisch auf Vortagesniveau.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere verharrte bei 0,29 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,16 Prozent auf 140,09 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,04 Prozent auf 158,57 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1387 (Mittwoch: 1,1372) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8782 (0,8794) Euro.