Dax schüttelt Auftaktverluste ab

Nach der Erholung vom Brexit-Schock hat sich der Dax mit einer klaren Richtung schwer getan. Eine Stunde nach dem Handelsstart stand er mit 0,31 Prozent höher bei 9642,28 Punkten, nachdem er zu Beginn noch den Rückwärtsgang eingelegt hatte.

Dax schüttelt Auftaktverluste ab
Fredrik Von Erichsen Dax schüttelt Auftaktverluste ab

Für den Juni steuert er aktuell auf einen Verlust von 6 Prozent zu, und die Halbjahresbilanz fällt mit einem Minus von gut 10 Prozent noch düsterer aus.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Donnerstagvormittag um 0,20 Prozent auf 2837,98 Punkte nach oben. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen legte um 0,51 Prozent auf 19 765,34 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann sogar 1,16 Prozent auf 1602,28 Punkte.

Die Stimmung der Anleger bleibt geprägt von der Ungewissheit über die Auswirkungen des britischen Votums für einen EU-Ausstieg. «Der Markt befindet sich nach wie vor im Zustand der Richtungssuche, nachdem der unerwartete Ausgang des EU-Referendums ihn aus der Bahn geworfen hat», schrieb Charttechnik-Experte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Positive Signale kamen aus der deutschen Wirtschaft: Der Beschäftigungsmotor läuft weiter auf Hochtouren und der Einzelhandel steigerte seine Umsätze im Mai spürbar.

Am Dax-Ende stach die Deutsche Bank heraus, deren Aktien bei 12,050 Euro erneut auf ein Rekordtief rutschten - zuletzt standen sie mit 3,28 Prozent im Minus bei 12,245 Euro. Zum zweiten Mal in Folge fiel die US-Tochter des Finanzhauses beim Stresstest der amerikanischen Notenbank durch.

Commerzbank-Papiere gehörten mit minus 2,59 Prozent ebenfalls zu den größten Verlierern im Leitindex. Laut Börsianern gab die Investmentbank Morgan Stanley eine negative Studie heraus. Im MDax verloren Deutsche Pfandbriefbank 2,45 Prozent. Die gesamte Branche geriet nach kurzer Verschnaufpause wieder unter Druck: Im marktbreiten Index Stoxx Europe 600 büßte der Bankenindex als Schlusslicht über 1 Prozent ein.

Dagegen ließen positive Studien Beiersdorf um 1,91 Prozent steigen, was den Dax-Spitzenplatz bedeutete. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux stufte die Aktie des Konsumgüterherstellers hoch und rät nun zum Kauf.