Dax schwächelt nach jüngster Erholung

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag überwiegend nachgegeben. Dabei führten Standardwerte die Verlierer an, während Technologiewerte sich stabiler zeigten.

Schwache Stimmungssignale aus der deutschen Wirtschaft wirkten sich Händlern zufolge belastend aus. Der Dax sank am Nachmittag um 0,84 Prozent auf 9493,27 Punkte. Mit einem Plus von knapp 2 Prozent hatte er am Montag noch an seinen fast 5-prozentigen Gewinn aus der Vorwoche angeknüpft und damit seinen verpatzten Jahresstart weiter relativiert.

Der MDax mittelgroßer Werte fiel am Dienstag um 0,29 Prozent auf 19 269,11 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann hingegen 0,04 Prozent auf 1626,42 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,58 Prozent auf 2916,93 Punkte.

«In den letzten Tagen zeigten die Märkte zwar erste Stabilisierungstendenzen. Der übergeordnete Trend zeigt jedoch noch nach unten», stellte Investmentanalystin Antje Laschewski von der LBBW fest. Für eine nachhaltige Erholung bräuchte der Markt mehr positive Impulse.

Der Ifo-Index hatte am Vormittag signalisiert, dass die Stimmung in deutschen Unternehmen im Februar auf den tiefsten Stand seit Dezember 2014 gefallen war. Kapitalmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte: «Der Virus der weltweiten Konjunkturschwäche hat uns erreicht. Dax und MDax halten sich dennoch stabil, weil jetzt klar ist, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung die Geldschleusen noch weiter öffnen wird.»

Unter den Einzelwerten schnellten die Aktien der Deutschen Börse mit einem Plus von über 7 Prozent an die Spitze des Dax. Der deutsche Börsenbetreiber spricht mit der London Stock Exchange über eine Fusion. «Die Fantasie auf Kosteneinsparungen treibt die Aktien an», sagte ein Händler.

Ströer verteuerten sich an der MDax-Spitze um 2,64 Prozent. Der Werbevermarkter hat nach dem Kauf des Internetportals T-Online im vergangenen Jahr seinen Umsatz und bereinigten Gewinn deutlich gesteigert. Für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose. Die Aktien von Covestro notierten nach anfänglich deutlichen Gewinnen zuletzt kaum verändert. Die Bayer-Tochter hatte Geschäftszahlen für 2015 und einen Ausblick auf 2016 gegeben.

Aixtron-Papiere stiegen nach der Zahlenvorlage des kriselnden Spezialmaschinenbauers um gut 2 Prozent. Die Geschäftszahlen hätten im Rahmen der bescheidenen Erwartungen gelegen, stellte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer fest.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,07 (Montag: 0,09) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 142,26 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,30 Prozent auf 164,94 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1002 (Montag: 1,1026) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9089 (0,9070) Euro.