Dax schwächelt wegen US-Zinssorgen und Bayer-Zukaufplänen

Die Sorge vor steigenden US-Leitzinsen und ein Kursrutsch der Bayer-Aktien haben am Donnerstag den Dax belastet. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern will sein Agrarchemie-Geschäft mit dem Kauf des US-Unternehmens Monsanto aufpolieren.

Dax schwächelt wegen US-Zinssorgen und Bayer-Zukaufplänen
Fredrik Von Erichsen Dax schwächelt wegen US-Zinssorgen und Bayer-Zukaufplänen

Das dürfte teuer werden, fürchten Anleger. Die im Dax schwer gewichteten Aktien brachen um rund 8 Prozent ein und notieren damit so tief wie zuletzt im Oktober 2013.

Der Dax insgesamt büßte am Nachmittag 0,78 Prozent auf 9865,58 Punkte ein, womit es sich allerdings von seinem Verlust von zeitweise anderthalb Prozent erholte. «Das ist wohl vor allem der Entwicklung des Euro geschuldet, denn der gibt wieder etwas nach», sagte Händler Thorsten Engelmann von der Equinet Bank in Frankfurt.

Ein schwächelnder Euro begünstigt Exporte außerhalb der Eurozone. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1197 (Mittwoch: 1,1279) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8931 (0,8866) Euro.

Der MDax, in dem die mittelgroßen Unternehmen gesammelt sind, fiel um 0,37 Prozent auf 20 042,26 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,49 Prozent auf 1655,30 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,53 Prozent.

Entgegen den bisherigen Erwartungen am Markt könnte die US-Notenbank Fed ihre geldpolitischen Zügel doch schon im Juni oder Juli weiter straffen, sofern sich die Wirtschaft günstig entwickelt. Dies wird nun nach der Veröffentlichung des jüngsten Protokolls zur Sitzung des geldpolitischen Ausschusses verstärkt gemutmaßt. Höhere Zinsen würden Aktien im Vergleich zu Anleihen jedoch uninteressanter machen.

Aktionäre von Bankaktien dagegen freuten sich über die Aussicht auf steigende Leitzinsen, denn die Finanzinstitute leiden seit langem unter den niedrigen Zinsen. So stiegen die Papiere der Deutschen Bank, die zugleich ihre Hauptversammlung hatte, um mehr als 3 Prozent. Die Aktien der Commerzbank legten um etwas mehr als 2 Prozent zu.

Zum Ende der Berichtssaison legten zudem noch einige Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor: Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA stiegen um mehr als dreieinhalb Prozent. Die Aktien des Konsumgüterkonzerns Henkel legten  eineinhalb Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,04 Prozent am Vortag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,18 Prozent auf 142,14 Punkte. Der Bund Future gewann 0,07 Prozent auf 163,40 Punkte.