Dax schwankt zwischen Griechenland-Sorge und Apple-Freude

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt konnten sich nicht entscheiden: Der Unsicherheit um die Entwicklung in Griechenland stand neue Euphorie gegenüber, entfacht durch überraschend gute Geschäfte von Apple und anderen US-Konzernen.

Der Dax pendelte zwischen Gewinnen und Verlusten. Zuletzt stand der Leitindex 0,28 Prozent höher bei 10 658,50 Punkten. Noch bis Anfang der Woche hatte der deutsche Leitindex eine überraschend große Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) gefeiert und war von Rekord zu Rekord geeilt. Noch am Vortag hatte der Dax den achten Handelstag in Folge ein neues Hoch erreicht bei 10 810 Punkten. Danach ging es merklich runter.

Am Mittwoch trübten die ersten Amtshandlungen der neuen griechischen Regierung die Stimmung in Frankfurt ein. Erklärtes Ziel des linken Regierungschefs Alexis Tsipras ist es, die Sparmaßnahmen aufzuweichen. So sollen Tausende entlassene Staatsbedienstete wieder eingestellt werden. Die Börse in Athen rutschte bis zum Nachmittag um fast 9 Prozent ab. Besonders hart traf es die Banken des Landes.

Zuvor hatten positive Nachrichten von der Wall Street den deutschen Aktienmarkt noch wiederbelebt. Rekordverkäufe beim iPhone-Hersteller Apple, gute Zahlen vom Stahlkocher US Steel und auch vom Telekomkonzern AT&T sowie das Internet-Urgestein Yahoo mit einem Milliardengeschenk an seine Aktionäre hatten für Kauflaune gesorgt.

Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte legte zuletzt um 0,35 Prozent auf 18 668,19 Punkte zu. Der TecDax stieg dank der Schützenhilfe von Apple und Co. um 1,22 Prozent auf 1495,99 Punkte. Der Eurozone-Index EuroStoxx 50 verlor dagegen 0,58 Prozent. Anleger warteten auf die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) über ihren geldpolitischen Kurs am Abend.

Die Aktie von Lanxess schoss am Nachmittag mit plus 4,61 Prozent an die Dax-Spitze. Der Spezialchemie-Konzern hatte überraschend Eckdaten für das abgelaufene Jahr vorgelegt und auf den ersten Blick besser abgeschnitten als erwartet.

Gute Stimmung herrschte auch bei Infineon. Die Aktien verbesserten sich um fast 2 Prozent. Neben den glänzenden Verkäufen von Apple beflügelten auch die erfreulichen Geschäftszahlen des Halbleiter-Kollegen STMicrosystems den Kurs.

Die Aktien der Software AG drehte nach einer zunächst schlechten Reaktion auf die Bilanzvorlage der Darmstädter mit 3,74 Prozent ins Plus. Börsianer setzen auf Zukunftshoffnungen, hieß es zur Begründung des Stimmungsumschwungs.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,32 (Vortag: 0,33) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 139,98 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,18 Prozent auf 158,48 Punkte hoch. Der Euro zog an: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1344 (1,1306) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8815 (0,8845) Euro.