Dax schwächelt am «Hexensabbat»

Der deutsche Aktienmarkt hat am «Hexensabbat» schwächer tendiert. Der Dax drehte nach einer festen Eröffnung am Freitagmittag ins Minus.

Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex zuletzt 0,80 Prozent tiefer bei 9732,77 Punkten. Am Donnerstag war der Dax noch um nahezu 3 Prozent nach oben geschossen.

Händler verwiesen auf den «Hexensabbat», an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen und immer wieder für stärkere Kursschwankungen sorgen. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 0,02 Prozent auf 16 739,22 Punkte. Der TecDax büßte 0,65 Prozent auf 1357,64 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 1,21 Prozent.

Gute Nachrichten kamen von der Konjunkturseite: In Deutschland hat sich die Verbraucherstimmung weiter aufgehellt. Das vom Forschungsunternehmen GfK für Januar erhobene Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten nur mit 8,8 Punkten gerechnet. «Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten», sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Generell bleibe die Lage an den Märkten aber schwankungsanfällig, wie Experte Daniel Saurenz von Feingold Research meinte. So lasse das Billiggeld der Notenbanken vielen Anlegern mangels Alternativen keine andere Wahl, als ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen.

Wie nachhaltig dies sei, dürften Anleger ab dem Januar sehen. «Dann werden die Karten neu gemischt, und mancher Konzern muss zeigen, ob er das schwache Wachstum in Europa und Asien sowie den Einbruch in Russland so locker wegsteckt, wie es DAX und Dow gerade vermuten lassen», sagte Saurenz.

BASF-Aktien gerieten wegen des geplatzten Tauschs von Unternehmensteilen mit dem russischen Energieriesen Gazprom unter Verkaufsdruck und notierten 2,38 Prozent tiefer. Das Aus für den geplanten Deal des deutschen Chemiekonzerns hätte man angesichts der jüngsten Entwicklung erwarten können, hilfreich für die Aktie sei die Entwicklung dennoch nicht, kommentierte ein Händler.

RWE-Titel sackten um 3,17 Prozent ab. Nach dem gescheiterten BASF/Gazprom-Deal gehe nun die Furcht um, dass RWE Vergleichbares drohe, sagte ein Händler. Womöglich wanke nun der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Großinvestor sowie eine Übernahme von Gasspeichern durch Gazprom.

Auch die Papiere der Lufthansa hinkten mit einem Minus von 3,21 Prozent dem Dax deutlich hinterher. Händler verwiesen auf eine erneute Gewinnwarnung des Wettbewerbers Air France-KLM. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft musste wegen eines Pilotenstreiks und einer schwachen Entwicklung bei Langstreckenflügen die Gewinnziele für das laufende Jahr zum dritten Mal senken. Die Probleme mit den Kosten und Streiks gebe es auch bei der Lufthansa, sagte ein Börsianer.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,52 (Vortag: 0,50) Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,11 Prozent auf 139,25 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,17 Prozent auf 155,09 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2279 (Donnerstag: 1,2285) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8144 (0,8140) Euro.