Dax springt in Rekordlauf über 11 700 Punkte

Die Hoffnung auf eine bald anziehende Wirtschaft in der Eurozone hat die Börse in Hochstimmung versetzt.

Der Dax nahm seine Rekordjagd der vergangenen Wochen wieder auf und bezwang erstmals die 11 700-Punkte-Marke. Für Auftrieb am Markt sorgte Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Er verteidigte die über den massenhaften Kauf von Staatsanleihen losgetretene Geldlawine der EZB und sieht bereits Hinweise für eine breite konjunkturelle Erholung.

Bis zum Nachmittag stieg der Leitindex um 1,76 Prozent auf 11 702,48 Punkte. In den vergangenen achteinhalb Wochen, in denen er von Rekord zu Rekord eilte, gewann er damit nun schon 21 Prozent.

Am Dienstag hatte der deutsche Leitindex seine Gewinnserie kurz unterbrochen. «Wie bereits in den Vorwochen werden jegliche Rücksetzer von den Anlegern gnadenlos zum Einstieg genutzt», kommentierte Marktexperte Christian Henke vom Broker IG. «Sah es gestern noch nach dem Beginn einer Korrektur aus, wurden die Befürworter einer Verschnaufpause eines Besseren belehrt.»

Auch der MDax der mittelgroßen Konzerne stieg auf ein neues Hoch und gewann zuletzt 1,71 Prozent auf 20 517,94 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,74 Prozent auf 1621,12 Punkte. Er braucht allerdings noch etwas mehr als 155 Punkte, um sein Hoch vom Juni 2001 zu erreichen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,70 Prozent zu.

Der Kurs des Euro hingegen fällt und fällt: Inzwischen kostet er nur noch 1,0577 US-Dollar. Vor allem exportorientierte europäische Unternehmen profitieren davon, da ihre Waren im Ausland erschwinglicher werden. Zu ihnen zählen auch die deutschen Autobauer Volkswagen (VW), BMW und Daimler, die als Spitzenwerte im Dax zwischen 2,3 und 3,5 Prozent zulegten.

Ansonsten sorgten Geschäftsberichte für Kursbewegungen. Das Papier der Deutschen Post büßte als einzig schwacher Dax-Wert 2,96 Prozent ein. Der Logistikkonzern enttäuschte vor allem mit dem Ausblick auf das laufende Jahr.

Die Anteilsscheine von Eon stiegen um 1,44 Prozent. Deutschlands größter Energieversorger fuhr wegen seines geplanten radikalen Strategiewechsels einen Rekordverlust in Milliardenhöhe ein. Investoren hatten allerdings schon damit gerechnet.

Die Zuversicht von Bayer angesichts erfolgreicher neuer Produkte und eines milliardenschweren Zukaufs verhalf den Papieren zu einem Plus von 2,68 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,22 Prozent am Vortag auf 0,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 140,49 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,04 Prozent auf 158,51 Punkte. Die EZB setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,0578 (Dienstag: 1,0738) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9454 (0,9313) Euro.