Dax stabilisiert sich nach rasanter Talfahrt

Nach dem Kursfiasko in der Vorwoche hat sich die Lage an der Börse in Frankfurt wieder beruhigt. Zwar war der Dax zu Handelsbeginn am Montag kurz unter die Marke von 8700 Punkten gerutscht, doch erholte er sich danach rasch wieder auf mehr als 8800 Punkte. Zuletzt lag deutsche Leitindex 0,18 Prozent im Plus bei 8804,53 Punkten.

Sorgen um die Konjunktur und um früher als erwartet steigende US-Zinsen hatten in der vergangenen Woche den Dax kräftig fallen lassen. Am Ende wurde der Gewinn eines ganzen Jahres vernichtet - am Freitag hatte der deutsche Leitindex bei 8788,81 Punkten so tief geschlossen wie zuletzt vor zwölf Monaten. Experten befürchteten zwischenzeitlich, dass der Dax nun im freien Fall nach unten stürzen könnte.

Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar sieht die Lage jedoch weniger dramatisch: «Die Statistik spricht eine klare Sprache: Der Deutsche Aktienindex ist so stark gefallen, dass eine vorläufige Bodenbildung fast sicher erscheint.» Anleger könnten mit diesem Wissen jedoch nur dann etwas anfangen, wenn sie gerne mit höchstem Risiko spekulierten. «Dann lässt sich auf eine kleine Gegenbewegung setzen.»

Der MDax berappelte sich am Montagmorgen ebenfalls und verlor zuletzt 0,17 auf 14 963,81 Zähler. Der TecDax gab 0,76 Prozent auf 1148,58 Punkte nach. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 lag leicht im Plus.

Die Blicke und Hoffnungen auf Kursstützen richten sich in dieser Woche nun vor allem auf die Berichtssaison, die in den USA in den nächsten Tagen deutlich an Fahrt aufnimmt. Überdies stehen in den USA auf Konjunkturseite zahlreiche wichtige Konjunkturtermine an wie etwa das Sitzungsprotokoll («Beige Book») der US-Notenbank Fed zur Wochenmitte.

Deutlich ruhiger geht es hierzulande zu. An diesem Montag interessiert vor allem der Kapitalmarkttag des im MDax notierten Anlagenbauers Gea Group. Beobachter schließen nicht aus, dass das Unternehmen vorläufige Eckdaten für das dritte Quartal präsentieren könnte. Im Vorfeld der Veranstaltung notierten Gea zuletzt 0,72 Prozent tiefer.

Infineon gehörte nach mehreren skeptischen Analystenkommentaren mit minus 1,58 Prozent auf 7,061 Euro zu den größten Verlierern. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Titel wegen schlechter Nachrichten des US-Chipherstellers Microchip Technologies knapp 7 Prozent an Wert eingebüßt. Nun zogen unter anderem die Analysten von JP Morgan ihre Kaufempfehlung zurück.