Dax startet mit Minus in die Woche

Der deutsche Aktienmarkt ist träge in die neue Woche gestartet. Kursverluste an den New Yorker Börsen vor dem Wochenende und die unklare Lage in Griechenland bremsten den Dax zunächst kräftig aus. Viele Anleger nahmen nach dem Rekordlauf in den vergangenen Wochen Gewinne mit.

Der Dax verlor am Morgen 1,81 Prozent auf 10 649,96 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Konzerne ging es um 1,71 Prozent auf 18 666,98 Punkte runter. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 1,76 Prozent auf 1480,47 Punkte nach. Auch im restlichen Europa sah es trübe aus: Der Eurostoxx-50-Index verlor 1,75 Prozent.

Der deutsche Leitindex war sehr gut ins neue Jahr gestartet und hatte in den vergangenen vier Wochen fast 15 Prozent an Wert gewonnen, angetrieben vom billionenschweren Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Am Dienstag hatte der Dax bei 10 984,69 Punkten ein Allzeithoch erreicht.

Die liquiditätsgetriebene Kursrally mit dem billigen Geld der internationalen Notenbanken sei aus Sicht einiger Anleger erst einmal weit genug gelaufen, sagte Stratege Chris Weston von Broker IG. Im Fokus bleibt auch Griechenland: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte, es zeichne sich ein fauler Kompromiss ab. Dieser stärke die Reformgegner in anderen Problemländern wie Italien sowie Frankreich und verwandele die Währungsunion endgültig zu einer Transferunion.

Am Morgen standen sämtliche 30 Dax-Werte im Minus. Dabei zählten Chipwerte zu den größten Verlierern an der Börse: Ans Dax-Ende rutschten die zuvor sehr gut gelaufenen Aktien von Infineon mit einem Abschlag von 3,08 Prozent auf 9,77 Euro. Seit Mitte Oktober hatten die Papiere aber auch in der Spitze fast 50 Prozent an Wert gewonnen. Im TecDax verbilligten sich die Anteile am Hersteller von Mobilfunk-Chips, Dialog Semiconductor, um 3,62 Prozent.

Auf der Nachrichtenseite sei es am Morgen ruhig, sagten Händler. So hat auch ein möglicher Vorstoß von Adidas die Aktie des Sportartikel-Herstellers erst einmal kalt gelassen. Die Papiere bröckelten mit dem schwachen Markt um 1,61 Prozent ab. Um Adidas wieder in die Offensive zu bringen, will Konzernchef Herbert Hainer nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Gewinner war dagegen die Aktie von Borussia Dortmund. Nach einem Auswärtssieg des Clubs beim SC Freiburg kletterte die Mannschaft nach oben auf den 16. Tabellenplatz. Das schob die Aktie im Kleinwerte-Index SDax kräftig an. Sie stieg um mehr als 3 Prozent.