Dax steigt: Anleger schöpfen Hoffnung in Sachen Brexit

  Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Gemüter vor dem nahen Wochenende etwas beruhigt. Die Anleger zeigten sich angesichts der zunächst ausgesetzten Brexit-Kampagne in Großbritannien wieder etwas optimistischer, dass die Briten sich für den Verbleib in der EU aussprechen.

Dax steigt: Anleger schöpfen Hoffnung in Sachen Brexit
Fredrik Von Erichsen Dax steigt: Anleger schöpfen Hoffnung in Sachen Brexit

Der Dax gewann am Nachmittag 0,77 Prozent auf 9623,58 Punkte, nachdem es seit Anfang Juni fast durchweg bergab gegangen war. Seinen Wochenverlust von zeitweise rund vier Prozent konnte der deutsche Leitindex damit halbieren.

Nach der Ermordung der Labour-Abgeordneten Jo Cox - einer erklärten Gegnerin eines EU-Ausstiegs der Briten - ließen beide politischen Lager ihren Wahlkampf zum Referendum in der kommenden Woche ruhen. Auch der große Verfall an den Terminbörsen, der so genannte Hexensabbat, brachte die Akteure nicht aus der Ruhe.

Der MDax stieg bis Freitagnachmittag um 0,85 Prozent auf 19 632,93 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax kletterte um 1,37 Prozent auf 1580,74 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um gut 1 Prozent vor.

«Die Sorge vor einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ist etwas geschwunden», sagte Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. LBBW-Investmentanalyst Werner Bader glaubt aber nicht an eine nachhaltige Trendwende.

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank erholten sich am Freitag ein Stück weit von ihrer zuletzt steilen Talfahrt. Deutsche-Bank-Papiere notierten zuletzt 5,50 Prozent höher, jene der Commerzbank gewannen 4,46 Prozent.

Volkswagen-Vorzugsaktien kletterten um rund 2 Prozent. Kurz vor der VW-Hauptversammlung haben die Familien Porsche und Piëch als Großaktionäre einen Streit über die Zahlung einer Dividende für die Aktionäre für beendet erklärt. Zudem teilte Volkswagen mit, den Abwärtstrend bei den Verkäufen seiner Kernmarke VW im Mai etwas abgebremst zu haben.

Siemens-Anteilsscheine verteuerten sich um 1,28 Prozent, nachdem sich die Münchener mit der spanischen Gamesa auf die lange erwartete Zusammenlegung des Windkraftgeschäfts geeinigt haben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere vom Rekordtief bei minus 0,14 Prozent am Vortag auf minus 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 143,19 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,03 Prozent auf 165,23 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1254 (Donnerstag: 1,1174) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8886 (0,8949) Euro.