Dax steigt vor US-Arbeitsmarktzahlen

Der letzte Handelstag einer ansonsten enttäuschenden Börsenwoche in Frankfurt hat versöhnlich begonnen.

Kurz nach Eröffnung lag der Dax 1,07 Prozent höher bei 9611,08 Punkten. Am Vortag hatte sich nach einem starken Start schnell wieder eine vorsichtige Sichtweise der Anleger durchgesetzt, die den Leitindex letztlich um 1,57 Prozent tief ins Minus drückte.

Alle Augen richten sich aber auf den offiziellen September-Bericht für den US-Arbeitsmarkt. Am Nachmittag wird die US-Regierung bekannt geben, wie stark die Zahl der Beschäftigten gestiegen ist.

Die Entwicklung ist wichtig für die Geldpolitik der US-Notenbank. Die Fed steuert auf eine erste Zinsanhebung seit der schweren Wirtschaftskrise 2008 zu. Analyst Michael Hewson von CMC Markets rechnet allerdings nicht mit eindeutigen Hinweisen auf den Zeitpunkt der Zinswende.

Der MDax, der die mittelgroßen Werte repräsentiert, rückte am Freitag um 0,98 Prozent auf 19 367,77 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,40 Prozent auf 1751,32 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,17 Prozent zu.

Unter den Einzelwerten im Dax gehörten RWE und Eon mit Gewinnen von jeweils mehr als 4 Prozent zu den Spitzenreitern. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg staatliche Unterstützung für die Versorger angedeutet, die mit der deutschen Energiewende zu kämpfen haben.

An der Dax-Spitze mit einem Anstieg von zuletzt 5,79 Prozent bewegten sich die Anteilsscheine der Lufthansa. Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktien der Fluggesellschaft zum Kauf empfohlen. Das Geschäft der Lufthansa laufe dank einer starken Nachfrage und sinkender Treibstoffkosten rund, hieß es zur Begründung.

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren erneut die Volkswagen-Vorzugsaktien, die im Zuge der Manipulationsaffäre um Abgastests weitere 3 Prozent verloren. Damit büßten sie seit ihrem Rekordhoch im März bereits rund zwei Drittel ihres Werts ein und fielen auf den tiefsten Stand seit Oktober 2011. Die anderen vom VW-Abgasskandal gebeutelten Autoaktien notierten hingegen fester.