Dax steigt wieder deutlich über 12 000 Punkte

Der Dax hat sich wieder über die Marke von 12 000 Punkten geschoben. Die Kursabschläge der vergangenen drei Tage waren am Nachmittag gut verdaut.

Für den deutschen Leitindex zeichnete sich damit die zehnte Gewinnwoche in Folge ab. Für Bewegung sorgte der große Verfall an den Terminmärkten - der sogenannte Hexensabbat. Am Mittag liefen bereits die Wetten auf Indizes aus, mit Blick auf einzelne Aktien mussten die Händler noch bis zum Handelsende zittern.

Der Dax stieg am Nachmittag um 1,13 Prozent auf 12 034,01 Punkte und steuerte auf Wochensicht damit auf ein Plus von rund einem Prozent zu. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,64 Prozent auf 20 919,00 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,91 Prozent auf 1654,62 Zähler zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,99 Prozent auf 3707,24 Punkte bergauf.

Im Schuldenstreit mit Griechenland gibt es wieder Lichtblicke, was am Aktienmarkt positiv aufgenommen wurde. Die Europartner geben dem hoch verschuldeten Land eine letzte Chance, um noch rechtzeitig dringend benötigte Milliardenkredite zu erhalten. Europas Top-Vertreter sicherten Ministerpräsident Alexis Tsipras am Rande des Brüsseler EU-Gipfels zu, im Schnellverfahren Reformvorhaben zu prüfen, damit frisches Geld nach Athen fließen kann.

Unter den Einzelwerten sprangen die Papiere des Chemiekonzerns BASF am Nachmittag an die Spitze im Dax. Bei einem Plus von 2,29 Prozent auf 91,98 Euro blieben sie aber unter ihrem zum Wochenbeginn erreichten Rekordhoch von 93,31 Euro.

Besser als erwartet ausgefallene Zahlen vom US-Sportartikel-Konzern Nike gaben den Adidas-Aktien kaum Schwung. Sie gewannen zuletzt als einer der schwächsten Dax-Werte 0,11 Prozent. Am kommenden Donnerstag hat der Konzern zu einem Investorentag geladen, bei dem die Strategie bis 2020 vorgestellt wird. Dabei will Adidas-Chef Herbert Hainer erklären, wie er den Abstand zu Nike wieder verkleinern will.

Bei der Lufthansa stand ein Großteil der Flugzeuge weiter am Boden. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihren Arbeitskampf erneut ausgeweitet. Den Aktienkurs der Airline hat der Streik in dieser Woche bislang nicht belastet, weil laut Händlern auch der wieder gesunkene Ölpreis positiv wirkt. Zuletzt gewannen die Lufthansa-Anteilsscheine ein knappes halbes Prozent dazu. Im bisherigen Wochenverlauf steht ein kräftiges Plus zu Buche.

Die Besiegelung der bereits im Dezember angekündigten Zusammenarbeit mit Sanofi brachte den Aktien des Biotechunternehmens Evotec an der TecDax-Spitze ein Plus von 7,53 Prozent ein. Im MDax rutschten Südzucker-Aktien dagegen rund 6 Prozent ab und waren damit der schwächste Wert. Ein Bericht über drohende Schadenersatz-Forderungen in Milliardenhöhe gegenüber deutschen Zuckerproduzenten belastete.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 140,66 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,08 Prozent auf 158,86 Punkte zu. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0776 (Donnerstag: 1,0677) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9280 (0,9366) Euro.