Dax tritt vor Wochenende auf der Stelle

Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag in einem ruhigen Handel auf der Stelle getreten. Schwache Vorgaben der asiatischen Börsen belasteten laut Händlern auch die Stimmung am deutschen Markt.

Der Dax verlor bis zum Mittag 0,05 Prozent auf 8976 Punkte. Der deutsche Leitindex kletterte nach und nach an seinen Vortagesschluss, scheute aber zunächst weiter den ersten Sprung über die Marke von 9000 Punkten in seiner 25-jährigen Geschichte.

Auf Wochensicht steuert das wichtigste deutsche Börsenbarometer aber auf ein Plus zu. Der MDax fiel um 0,40 Prozent auf 15 783 Punkte, der TecDax gab um 0,17 Prozent auf 1119 Punkte nach. Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone lag im Minus mit 0,24 Prozent bei 3032 Punkten.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübte sich im Oktober nach fünf Anstiegen in Folge überraschend erstmals wieder ein. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel, erwartet hatten Bankvolkswirte einen Anstieg. Ökonomen waren sich in der Beurteilung aber weitgehend einig - der Index signalisiere eine Konjunkturerholung und der Rückgang deute nicht auf eine Trendumkehr hin.

Am Aktienmarkt war dann auch nur ein kurzer und leichter Rücksetzer im Leitindex die Folge. Am Nachmittag stehen noch Zahlen zum Auftragseingang und zum Verbrauchervertrauen in den USA auf der Agenda. Vor der Zinssitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche passiere an den Märkten aber wenig, sagte Marktanalyst Dirk Gojny von der National-Bank. Marktteilnehmer hofften auf Anzeichen für den weiteren Kurs in der ultralockeren Geldpolitik.

Aktien von BASF setzten sich mit einem Plus von anderthalb Prozent an die Dax-Spitze. Der weltgrößte Chemiekonzern verdiente im dritten Quartal dank eines Sondereffektes mehr als ein Jahr zuvor. Hauptgrund waren geringere Belastungen aus der Bewertung von Aktienoptionen für Manager.

Händler waren sich zunächst uneins über die Zahlen - Analysten sprachen aber von soliden Ergebnissen bei den Ludwigshafenern. Infineon-Titel verloren fast zwei Prozent. Händler verwiesen auf einen schwachen Geschäftsausblick eines US-Wettbewerbers. Am Dax-Ende stand Lufthansa mit einem Minus von drei Prozent.

Papiere von ElringKlinger gerieten mit einem Minus von gut neun Prozent am MDax-Ende kräftig unter Druck. Zwar konnte der Autozulieferer dem Abwärtstrend auf Europas Automärkten dank guter Geschäfte in Asien und Nordamerika weiter entfliehen.

Händler äußerten sich aber enttäuscht vom Ausblick - die Baden-Württemberger hatten vor weiteren negativen Wechselkurseffekten gewarnt. Morphosys-Aktien sprangen zweieinhalb Prozent nach oben und waren damit in der TecDax-Spitzengruppe vertreten. Das Biotech-Unternehmen hatte seine Gewinnprognose erhöht.